591179
Entsprechend lang war die Liste der Gäste, die sich zur Enthüllung der Bautafel am Bahnhof Elstal eingefunden hatten. Neben dem Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler (CDU), den Landtagsmitgliedern Barbara Richstein (CDU) und Andrea Johlige (LINKE), der Kreistagsvorsitzenden Manuela Vollbrecht (SPD), dem Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) und vielen Gemeindevertretern waren auch Vertreter der Landesministerien, der Wirtschaftsförderung, der Eisenbahnaufsicht, des Eisenbahnbundesamtes und der IHK Potsdam anwesend. Unterstützende Institutionen und Unternehmen verfolgten das Geschehen ebenso, wie Vertreter aus Forschung, Entwicklung und Lehre.
Fast 20 Mio. Euro, davon etwa 80% aus der Infrastrukturförderung des Landes, stehen bereit, um den Standort zu entwickeln. "Es ist eines der größten Infrastrukturprojekte des Havellandes überhaupt und schreibt die Geschichte dieses 100-jährigen Rangierbahnhofs in seiner Tradition fort", betonte Landrat Lewandowski. "Hier trifft Zukunft auf Geschichte. Jeder der einmal hier war, spürt die Historie dieses Areals." Tatsächlich ist die Entstehung Elstals eng mit der Entwicklung der Eisenbahn verbunden. Bevor der Verschiebebahnhof Wustermark 1909 fertiggestellt wurde, gab es dort nur Wald und Wiese. Erst mit der Entwicklung zu einem der größten und bedeutendsten Rangierbahnhöfe Deutschlands entstand auch der Wustermarker Ortsteil Elstal. "Ein Grund, zuversichtlich zu sein", meint Minister Gerber. "Schließlich fängt dieser Standort nicht bei null an. Schon vor 100 Jahren wurden hier Züge bewegt. Auch heute sind hier führende Bahnunternehmen aktiv, tüfteln und testen."
Bei einem kurzen Rundgang über das Areal konnten sich die Gäste einen Eindruck von dem historischen Bahngelände verschaffen. Gebäude wie der 56 m hohe Wasserturm, der Ringlockschuppen und das Kraftwerk, bilden ein besonderes Ensemble, das erhalten und ausgebaut werden soll. Weitere Gebäude und Gleisanlagen sollen dazukommen. Einig sind sich auch alle darüber, dass für die Eisenbahnfreunde der BSW Freizeitgruppe "Stellwerk RS IV" weiterhin Platz sein wird. Andrea Johlige von den LINKEN begrüßt das Projekt ebenso wie die übrigen anwesenden Parteienvertreter. "Ein - wie ich finde - großartiges Projekt, das für das Havelland und für das Land Brandenburg ein wichtiger Baustein für die Ansiedlung innovativer Unternehmen und die Stärkung der Forschungs- und Bildungslandschaft darstellen kann," schreibt sie nach dem Besuch auf ihrer Webseite.
Die BTC-Geschäftsführer Andreas Guttschau und Günther Alsdorf sowie Landrat a. D. Burkhard Schröder (SPD) können sich gratulieren. "Vor Jahren haben wir uns überlegt, was man mit dem Gelände anfangen soll und haben die Grundidee für den Bahncampus entwickelt", erinnert sich Günther Alsdorf. Dass sie damit genau richtig lagen, zeigt der jüngste Beschluss im Bundesministerium für Verkehr. Dort wurde, fast zeitgleich mit dem BTC-Baustart, der "Masterplan Schienengüterverkehr" verabschiedet. Schon im nächsten Jahr sollen die Transportkosten im bundesweiten Eisenbahnverkehr drastisch gesenkt und dem Güterverkehr auf der Schiene ein deutlicher Wettbewerbsvorteil eingeräumt werden.
Die Planung des BTC für Elstal ist nun abgeschlossen. Es geht an die Umsetzung des Projektes. Erste Arbeiten zur Kampfmittelsuche und -räumung laufen bereits.
Die ersten Bauarbeiten am BTC in Elstal laufen bereits.Foto:
Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD), Landrat Roger Lewandowski (CDU) und die BTC-Geschäftsführer Andreas Guttschau und Günther Alsdorf (li.) mussten am vergangenen Freitag schon kräftig ziehen, um die sturmsichere Hülle der Bautafel am Bahnhof Elstal zu Fall zu bringen. Mit der feierlichen Enthüllung beginnt die Umsetzung eines der bedeutendsten Projekte des Havellandes.Fotos: Achilles