Am vergangenen Wochenende war wieder "Weihnachten für Tiere" im Tierheim Falkensee. Das Tierheim hatte die Pforten geöffnet und wie in jedem Jahr nutzten viele Tierfreunde die Gelegenheit für einen Besuch. Die Gäste schauten sich um, informierten sich über die Arbeit der Tierschützer, bestaunten den wiederbelebten Anbau, das sogenannte Katzenhaus zwei. Sie entdeckten Hübsches im Trödelcontainer, genoßen den hausgemachten Kuchen, kauften Lose und kosteten vom Glühwein. Alle Erlöse des Tages kamen den Tieren zu Gute.
Manch Besucher suchte sich eine der Karten am Wunschbaum aus. Hier hatten die Tierheimmitarbeiter liebevolle Wunschkarten gestaltet, mit einem Foto des Tieres und seinem Weihnachtswunsch. Die Karten konnten abgenommen oder fotografiert werden, um die tierischen Wünsche zu erfüllen.
Im Moment hat das Tierheim einige Tiere aus Rumänien aufgenommen. Hunde, wie auch Katzen, deren Versorgung in Rumänien für die Tierschützer deutlich schwieriger ist, als in Deutschland. "Wenn wir freie Kapazitäten haben, nehmen wir den Kollegen aus dem Tierschutz im Ausland die Tiere ab", erklärte Heike Wegner. Wegner hat seit Oktober den Vorsitz im Tierschutzverein Tierheim Falkensee und Umgebung e.V. inne.
Auch am Tag der Weihnachtsfeier für die Tierheim-Tiere, erwartete sie sechs Katzen aus Rumänien. Dort wurden die Katzen aus sogenannten Animal-Hoarding-Haushalten, also von Menschen die Tiere regelrecht sammeln und nicht artgerecht halten, befreit. Wegner hatte bereits Unterlagen über jedes einzelne Tier, mit Foto und die Stammdaten. Die Katzen sind schon kastriert und geimpft und sie wurden auf Krankheiten wie die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), untersucht.
Neben der Kooperation mit den rumänischen Tierschützern unterhält das Tierheim auch Kontakte ins Weißrussische Brest. Straßenhunde- und Katzen habe man von hier schon übernommen, berichtete Wegner. Die Tiere werden dann von hier aus an Interessenten vermittelt, allerdings werden in der Weihnachtszeit und bis ins neue Jahr hinein nur in Ausnahmefällen Tiere in ein neues Zuhause übergeben. "Tiere keine Weihnachtsgeschenke", stellte Wegner nochmal deutlich da. Man möchte mit dieser Maßnahme verhindern, dass Tiere unter dem Weihnachtsbaum landen.
Allerdings will Wegner jenen Tieren, die es schwerer haben, eine neue Heimat zu finden, den Weg auch nicht verbauen. Schon gar nicht, wenn den Tieren aufgrund ihres Alters und ihrer Lebenssituation nicht mehr viel Zeit bleibt. Wie Schnurrsula zum Beispiel. Die rundliche Katze hat man in Falkensee von einem anderen Tierschutzverein übernommen. Die freundliche und sehr verschmuste Schnurrsula ist etwa zwölf bis 14 Jahre alt und schwer herzkrank. Ihr menschlicher Gefährte sollte ihr ein ruhiges Plätzchen ohne viel Aufregung bieten können und Erfahrung im Umgang mit Katzen mitbringen. Sollte es für Schnurrsula eine Chance auf ein paar schöne Monate oder sogar Jahre geben, würde man ihr diese Möglichkeit nicht verwehren wollen, so Wegner.
Hat Heike Wegner einen Weihnachtswunsch? Ja, hat sie. Die Tiere, besonders die freilaufenden Katzen, kastrieren lassen. Das würde viel tierisches Leid ersparen. Und im Namen aller Tiere, auch der wildlebenden, hat sie noch einen Wunsch. An Silvester auf die Knallerei verzichten. Das damit eingesparte Geld nehme man im Tierheim gern entgegen.