Rund 50 Radfahrende gedachten kürzlich in Elstal einer tödlich verunglückten Fahrradfahrerin. Die 68-jährige Frau war nach einem Unfall mit einem PKW in der Rosa-Luxemburg-Allee ihren schweren Verletzungen erlegen.
Sie kamen aus Berlin und Brandenburg, um der Radfahrerin zu gedenken und den Angehörigen ihre Anteilnahme zu zeigen, wie Uwe Kaufmann, Sprecher des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) Falkensee, in seiner Ansprache sagt. „Jeder Tod im Straßenverkehr hinterlässt unzählige Trauernde“, sagt Kaufmann und wendet sich damit nicht nur an die Hinterbliebenen.

Gesundheitliche Probleme beim Autofahrer führten wohl zu Unfall

„Auch das Leben des Unfallverursachers hat sich schlagartig gewendet“, fügt Kaufmann hinzu. „Offenbar waren bei ihm gesundheitliche Probleme ein Mitverursacher des Unfalls“, sagt er. Schuldfragen helfen den Unfallopfern im Nachhinein ohnehin nicht, sagt er weiter. Stattdessen fordert Kaufmann ein Umdenken in der Verkehrspolitik und sichere Rad- und Fußwege.
Denn die Gesundheit der Fußgänger und Radfahrer ist bei Unfällen mit Fahrzeugen deutlich mehr gefährdet. Er fordert gegenseitige Rücksichtnahme und mehr politischen Willen, um die Sicherheit der Radfahrer zu gewährleisten. „Für mich ist derzeit nicht erkennbar, dass alle politisch Verantwortlichen genug dafür tun, schwere und tödliche Unfälle im Straßenverkehr zu vermeiden“, sagt er.

Zeugen und Ersthelfer aus Elstal wollen kein Geisterfahrrad

Der ADFC stellt zum Gedenken an den Orten tödlicher Fahrradunfälle sogenannte Geisterfahrräder auf. Die weißen Fahrräder sollen auch Mahnung sein, zu schnell kann eine Unachtsamkeit Leben auslöschen. Doch Erinnern und Verarbeiten des Erlebten sind zweierlei Paar Schuhe. Und so haben die Unfallzeugen und Ersthelfer darum gebeten, hier, gleich am Zaun des Sportplatzes, kein Geisterrad aufzustellen, sagt Kaufmann. Und so wird das weiße Fahrrad am Ende des Gedenkens wieder mitgenommen.
Der ADFC verfolgt die „Vision Zero - Null Verkehrstote“ und keine Schwerverletzten. Im Havelland war zuletzt im Januar eine Radfahrerin bei einem Verkehrsunfall im Milower Land getötet worden. Im März 2019 wurde eine Radfahrerin auf der Nauener Chaussee von einem Auto erfasst und tödlich verletzt.