Der Behördenleiter bat bei dem Treffen am Dienstagabend vor knapp 60 Mitgliedern der Bürgerinitiative um ihre Mitwirkung bei der Veranstaltung. Gall hatte zum ersten Mal an einem Treffen der Initiative teilgenommen. Es sei "wunderbar", wenn sich Bürger an Standorten von Flüchtlingsunterkünften für ein gedeihliches Miteinander einsetzten. Er sei dankbar dafür. Die Größe der neuen Flüchtlingsunterkunft "Panzerstraße/An der Lake", südlich der Spandauer Straße, bleibe in der bisher bekannten Größenordnung, fügte Gall hinzu, sie werde allenfalls "einen Tick darunter liegen". Bisher war von 200 Plätzen die Rede. Die zweite Unterkunft werde im Systembau errichtet, allerdings in einer hochwertigen Variante, erläuterte der Beamte. Die Fassaden würden aufgelockert ausgeführt.
Die Bürgerinitiative hat vor über einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen und will ganz allgemein Neuankömmlingen in der Stadt die Ankunft erleichtern. In knapp einem Dutzend Arbeitsgruppen bereiten sich die Bürgerinnen auf die Unterstützung von Flüchtlingen vor, mit deren Ankunft in der Unterkunft an der Kremmener Straße nun ab Juli gerechnet wird. Das Objekt an der Stadtgrenze zu Berlin werde nicht vor Ostern 2016 öffnen, offenbarte Gall. Der Sozialdezernent stellte der Initiative Gespräche mit der künftigen Heimleitung in Aussicht. Die Mitglieder der Willkommensinitiative zeigten großes Interesse an einer guten und unbürokratischen medizinischen Versorgung der Flüchtlinge. Der Gall erläuterte, dass in jedem einzelnen Fall die Entscheidung über eine Kostenübernahme von einer Sachbearbeiterin des Sozialamtes des Landkreises in Rathenow zu fällen sei. Er sicherte zu, dass dazu allerdings nicht die persönliche Vorsprache der Hilfebedürftigen in Rathenow notwendig sei. Vielmehr könnten im Heim tätige Sozialarbeiter per Fax weiterhelfen. Weitere Themen des Gespräches waren die räumliche Gestaltung der Heime, ihre Ausstattung sowie die Mitwirkung der Bewohner in Fragen der Heimordnung. Gall hob hervor, dass die Leitung der Heime im Umgang mit den Bewohnern auf Dialog setzten. Ein Heimbeirat sei vom Gesetzgeber nicht vorgesehen.
Die Willkommensinitiative will Flüchtlingen helfen.