Das Strandbad in Ketzin/Havel ist saisonbedingt geschlossen, die dortige Sauna auch. 2018 investierte die Stadt rund 17.500 Euro in den Kauf, mit der guten Absicht, die Saison des Strandbades zu verlängern. Das Angebot wurde jedoch kaum angenommen.

Nur 200 Euro Einnahmen im Jahr

Den jährlichen Abschreibungen von 874 Euro stehen weniger als 200 Euro Einnahmen gegenüber. Und das bei einem jährlichen Haushaltsdefizit des Strandbades von mehr als 100.000 Euro. Eine kürzlich gebildete Arbeitsgruppe Strandbad (AG) soll nun Vorschläge erarbeiten, wie dieses Defizit verringert werden könnte, um das Strandbad zu erhalten. Ein erster solcher Vorschlag war, die defizitäre Sauna zu verkaufen.

Idee des Verkaufs kommt nicht gut an

Eine Idee, die am vergangenen Donnerstag im Wirtschaftsausschuss nicht gut ankam. „Die Idee, eine Sauna anzuschaffen, war gut, die Ausführung mangelhaft“, monierte Udo Feist. Der Sommer wäre keine Saunasaison. Der Besuch müsste auch im Winter möglich sein. Der Verkauf bedeute, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. „Wir wollen das Strandbad erhalten. Dafür erarbeitet die AG Vorschläge. Wir wissen noch gar nicht, wie es weitergeht“, sagte er.

Alternativer Standort überlegt

Thomas Witkowski regte an, vor dem Verkauf einen anderen Standort zu prüfen, beispielsweise an der auch von Touristen viel frequentierten Steganlage an der Havelpromenade. Das würde weitere Kosten für die speziellen Anschlüsse für Wasser und Strom bedeuten, urteilte Jürgen Tschirch.
Für den Clou des Abends sorgte Franziska Leibnitz, in der Stadtverwaltung für den Tourismus zuständig. Für den dann sicher erfolgenden Sprung der Saunagäste in die Havel müsste die Stadt einen Rettungsschwimmer stellen. „Unfassbar, dafür habe ich kein Verständnis. Wir sind früher immer in die Havel gesprungen, ohne Rettungsschwimmer“, so die Reaktion von Birgit Behr, Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses. Eine von mehreren ähnlichen Bemerkungen.

Verkauf wird zurück gestellt

Auch Jamila Wichniarz sprach sich gegen einen Verkauf zur jetzigen Zeit aus. Zunächst sollte das Konzept der AG vorliegen. Auf Antrag von Udo Feist wurde der Stadt mit vier Ja- und einer Gegenstimme empfohlen, den Verkauf zurückzustellen bis das Konzept der AG vorliegt. Am 26. Oktober befinden die Stadtverordneten darüber