Für moderate Entgelte bringt „Charlotte“ sowohl Fußgänger als auch Fahrzeuge aller Art bis hin zu großen Erntemaschinen über den an dieser Stelle gut 170 Meter breiten Fluss in Ketzin/Havel. Die fast vierminütige Überfahrt mit dem Blick auf den Fluss ist speziell bei Radtouristen vom und zum Havel-Radweg ein in den letzten Jahren immer beliebter gewordenes Naturerlebnis geworden. Allerdings entstand trotz fast verdoppelter Nutzerzahlen in den letzten Jahren mit dem Fährbetrieb ein Haushaltsdefizit von durchschnittlich 55.000 Euro.

Kostendeckung für Fähre in Ketzin nur mit höheren Gebühren möglich

Um das Gefährt kostendeckend zu betreiben, müssten die Fährgebühren durchschnittlich um 33 Prozent erhöht werden, rechnete Sabine Pönisch, stellvertretende Bürgermeisterin, kürzlich im Finanzausschuss der Stadt vor. Diese Erhöhung wird angesichts der gegenwärtigen Haushaltssituation der Stadt offensichtlich bereits zum 1. Oktober dieses Jahres erfolgen. So sieht es jedenfalls der vom Wirtschafts- und vom Finanzausschuss gebilligte Beschlussentwurf für die Stadtverordneten vor.

Preise waren seit sieben Jahren gleich geblieben

Damit werden Mehrerträge für die Stadtkasse von voraussichtlich 60.000 Euro erwartet. Das würde, gleichbleibende Nutzerzahlen vorausgesetzt, die Kosten decken und das Gesamtdefizit des Haushaltes der Stadt reduzieren, heißt es dazu im Beschlussentwurf. Wie Bürgermeister Bernd Lück erwähnte, seien die Entgelte seit 2014 stabil gehalten worden. Die empfohlenen Gebühren würden „im oberen Mittelfeld anderer Fähren liegen“, sagte er.

Ein Euro für Fußgänger, 4 Euro für Autos

Dementsprechend zahlen künftig erwachsene Fußgänger statt 50 Cent einen Euro, Radler statt 1,50 nun 2 Euro. Neu ist die Unterscheidung der PKW unter und über zwei Tonnen. Fahrer mit ersterem Gefährt entrichten statt 3 dann 4 Euro. Für PKW über zwei Tonnen zahlen sie 6 Euro. Fahrer mit Wohnmobil stehen mit 8 Euro auf der Entgeltliste. Auch Wochenkarten für PKW unter zwei Tonnen sind zu haben. Diese kosten 20 Euro. Für jugendliche Fußgänger und Radler unter 14 Jahre gilt der halbe Fährpreis und Kinder unter sechs Jahren queren die Havel mit „Charlotte“ kostenfrei.
Jürgen Tschirch (SPD) bezeichnete im Wirtschaftsausschuss die neuen Entgelte als angemessen. Entscheiden darüber werden die Stadtverordneten am 13. September.