Der Havelländer Weg in Falkensee verbindet die Stadtteile Finkenkrug und Falkenhain mit Schönwalde-Glien – zumindest theoretisch. Niemand, der sein Auto liebt, benutzt freiwillig die unbefestigte Buckelpiste durch den Wald um zur Schönwalder Straße zu gelangen. Und auch da, wo der Havelländer Weg eine befestigte Straße ist, nördlich und südlich des Kreisverkehrs an der Nauener Straße, ist der Zustand nicht der beste. Bei starkem Regen stehen Teile des nördlichen Abschnitts regelmäßig unter Wasser. Befestigte Gehweg sucht man meist vergeblich. Die Asphaltbahn ist ein Flickenteppich. Doch es ist endlich Besserung in Sicht.

Planungsleistungen für Havelländer Weg an Firma aus Weimar vergeben

Die Falkenseer Stadtverordneten haben in ihrer Sitzung am 26. Oktober 2021 die ersten Planungsleistungen für einen Ausbau des Havelländer Wegs und der Karl-Marx-Straße ab Kreuzung Friedrich-Engels-Allee bis zur Schönwalder Straße an die IGS INGENIEURE GmbH & Co. KG aus Weimar vergeben. Diese reichten bei der europaweiten Ausschreibung, an der sich insgesamt fünf Unternehmen beteiligt hatten, das wirtschaftlichste Angebot ein. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 431.000 Euro. Umgesetzt wurde damit ein Beschluss der SVV aus 2018, als der Havelländer Weg zuletzt auf der Tagesordnung der Stadtverordneten gestanden hatte.
Bei Starkregen steht der Havelländer Weg oftmals unter Wasser. Die Stadtverordneten beschlossen nun die Planung für einen Ausbau der kompletten Straße bis hin zur Schönwalder Straße.
Bei Starkregen steht der Havelländer Weg oftmals unter Wasser. Die Stadtverordneten beschlossen nun die Planung für einen Ausbau der kompletten Straße bis hin zur Schönwalder Straße.
© Foto: Silvia Passow

Die Grünen wünschen sich Ausbau als Fahrradweg

Dem Beschluss zur Vergabe der Planungsleistungen ging eine Debatte voraus, in der zum einen diskutiert wurde, warum die Stadtverordneten nicht wussten, dass eine Ausschreibung auf den Weg gebracht wurde und zum anderen die Tatsache, dass der komplette Havelländer Weg als Hauptverkehrsstraße geplant werden soll. Gerd-Henning Gunkel (Fraktion B’90/Grüne/Jugendliste) bemängelte, dass der Antrag in keinem Ausschuss besprochen wurde und man die Inhalte der Ausschreibung nicht genau kennen würde.
Er befürchtet, dass der Verkehr durch den Ausbau dann in Richtung Finkenkrug und Dallgow stark zunehmen würde und fordert eine gesamtstädtische Verkehrsbetrachtung bevor gebaut wird. Außerdem fordert er eine Variante der Planung, die für den Abschnitt durch den Wald nur einen Geh- und Radweg vorsieht. Die Grünen, so Gunkel, wollten und wollen keine Straße durch den Wald.

Ausschreibung beruht auf Beschluss aus 2018

Bürgermeister Heiko Müller (SPD) betont, dass die Ausschreibung auf dem Beschluss aus 2018 beruht und damals wurde eine Planung als Hauptverkehrsstraße beschlossen. Und bisher gehe es ja nur um die Planung, nicht um den Beschluss zum Bau. Dass die Ausschreibung erst jetzt erfolgte begründet der Bürgermeister mit fehlenden personellen Kapazitäten und der Konzentration auf den Anliegerstraßenbau in den vergangenen Jahren. Da habe lange Zeit die Priorität gelegen. Jetzt sei es an der Zeit, die Haupterschließungsstraßen zur Priorität zu machen. Dabei sollte man auch zeitnah in die Betrachtung der Rudolf-Breitscheid-Straße gehen, so Müller.

Kürzere Wege zur Entlastung der Umwelt

Peter Kissing (SPD) ist froh, dass das Projekt Havelländer Weg nun weiter geht. Seine Fraktion findet, die Straße sollte komplett mit dem Auto befahrbar sein. Er führt eine geringere Umweltbelastung durch kürzere Wege und eine Entlastung des Innenstadtverkehrs als Gründe an. Die CDU-Fraktion, repräsentiert von Hans-Peter Pohl, begrüßt ebenfalls, dass es jetzt endlich voran geht und dann mit der Planung endlich eine Grundlage geschaffen wird. Pohl könnte sich auch eine Variante mit einer Fahrradstraße im Wald vorstellen.
Am Ende wird in namentlicher Abstimmung der Antrag mit 24 Ja-Stimmen bei sieben Nein-Stimmen und vier Enthaltungen mehrheitlich angenommen.