Ende vergangener Woche fand im Bau- und Werksausschuss der Stadt Falkensee ein Antrag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Freie Wähler und Die Linke Zustimmung, der die Stadtverwaltung auffordert, die umliegenden Straßen im Bereich der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße vor Schleichverkehren zu schützen. In der Begründung wird namentlich die Moselstraße genannt und die Möglichkeit, auch in dieser Straße die Durchfahrt durch Diagonalsperren zu verhindern. Denn wie Verkehrszählungen ergaben, gibt es in der Moselstraße deutlich mehr Verkehrsbewegungen seit der Sperrung der parallel verlaufenden Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße vor über einem Jahr.

Verdopplung der Verkehrsbewegungen in der Moselstraße

Seit mehr als einem Jahr verhindert eine Sperre die Durchfahrt durch die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße. Anwohner hatten diese Maßnahme durchgesetzt. Der Sperrung war der Versuch, die Durchfahrten mittel Beschilderung zu vermeiden, vorausgegangen. Die bauliche Sperrung war mit der Auflage verbunden worden, die Verkehrsbelastung im gesamten Quartier zu untersuchen.
Die in diesem Rahmen durchgeführten Verkehrszählungen ergaben selbst im Corona-Jahr 2020 ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen für die Moselstraße. Ein Anstieg von 300 auf 600 Verkehrsbewegungen pro Tag wurde registriert. In der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße ging der Verkehr dafür erwartungsgemäß zurück.

Verbindungen zwischen Havelländer Weg und Nauener Straße

Für weniger Lärm und Abgase vor der Tür hatten die Anwohner dieser Straße lange gerungen. Eine deutliche Zunahme des Verkehrs erlebte man dort mit der Erschließung der Straße. Die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße verbindet eigentlich den Havelländer Weg mit der Nauener Straße. Ebenso wie die parallel verlaufenden Mosel- und Innstraße. Mit der durch die Anwohner der Jahn-Straße erstrittenen Verkehrsberuhigung durch Sperrung verschwand der Verkehr zwar aus „ihrer“ Straße, aber nicht aus dem Quartier.

Abkürzung trotz Tempo 30

Dass dem so ist, bestätigten auch die Messungen der Verkehrsbewegungen. Die Moselstraße ist zwar Teil einer Tempo-30-Zone und in Kreuzungsbereichen „erinnern“ auch Fahrbahnerhöhungen daran, dass hier der Fuß vom Gaspedal zu nehmen ist, dennoch ist es offensichtlich, dass die Straße als Abkürzung genutzt wird. Auch wenn bei Beachtung des Tempolimits und der Vorfahrtsregelung eigentlich keine Zeitersparnis zu erwarten wäre. Das die Anwohner der Moselstraße damit nicht glücklich sind und sich eine Lösung wünschen, ist nachvollziehbar.

Innstraße als dritte Verbindung soll auch betrachtet werden

Allerdings fänden es nun einige Anwohner der Innstraße befremdlich, wenn beide Parallelstraßen gesperrt werden würden. Denn die dritte Straße im Bunde, die die gleiche Verbindung schafft, fiel bisher nicht in die Betrachtungsweise. Den Hinweis eines Anwohners dieser Straße folgend, wurde eine Verkehrszählung in der Innstraße durchgeführt und zwar in der ersten Woche im Januar 2021. In den Ferien und im Lockdown, wie ein Anwohner nun im Ausschuss zu bedenken gab. Ob diese Zahlen denn bereits ermittelt und wie deren Aussagekraft wäre, wollte er ebenfalls wissen.

Neue Zahlen liegen noch nicht vor

Die Antwort blieb Bauamtsleiter Jens Grothe auf der Sitzung schuldig. Die Zahlen lägen noch nicht vor, erklärte er und fügte hinzu, dass nun auch weitere Messungen für die Innstraße geplant seien. Warum die Innstraße bisher nicht in die Betrachtung zur Auswirkung der Sperrung in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße einbezogen wurde, erklärt Bauamtsleiter Grothe mit einem nur mittelbaren Zusammenhang zur Sperrung der Parallelstraße im Quartier.