Für ein Jahr ist die Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße in Falkensee für den Durchgangsverkehr gesperrt. Darauf weist nicht nur ein Schild hin, wie in es in den Jahren zuvor der Fall war, auch bauliche Maßnahmen verhindern ein Durchfahren der Straße. Die Anwohner hatten diese Maßnahme nach langem Hin und Her durchgesetzt.
Auf ein Jahr hat der Landkreis die Maßnahme angeordnet, sie muss von Verkehrszählungen begleitet werden, um die Entwicklung des Verkehrs im Quartier zu prüfen.

Zwischenbilanz der Verkehrszählungen

Kürzlich stellte Bauamtsleiter Jens Grothe die neuen Zahlen der Verkehrszählung im Bau- und Werksausschuss vor. Eine Zwischenbilanz, noch ist der Zeitraum der Messungen nicht abgeschlossen. Der Zeitpunkt der Messungen war zunächst durch die Corona-Situation verschoben worden, dann durch die Sommerferien und erfolgte nun im August und September.

600 Fahrzeuge am Tag in der Moselstraße

Gezählt wurde an zehn Stellen, so in der Moselstraße, Oderstraße, Saalestraße und Finowstraße. Beeindruckend die aktuellen Verkehrsbewegungen in der Moselstraße. 600 Fahrzeuge am Tag wurden gezählt, vor der Sperrung der Parallelstraße waren es nur 300 Fahrzeuge täglich. Seitdem 2013 das „Durchfahrt verboten, Anlieger Frei-Schild“ an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße aufgestellt wurde, erhöhte sich die Anzahl der Fahrzeuge in der Moselstraße sogar um 200 Prozent.
In der Friedrich-Ludwig-Jahn Straße wurden nach dem Aufstellen des Schildes 2013 weniger Verkehrsbewegungen gezählt. Allerdings, so Grothe, gingen die Zahlen in den Folgejahren wieder etwas rauf.

Moselstraße ist Tempo 30 Zone

René Meistring wohnt in der Moselstraße und er schildert teils abenteuerliche Szenen, die er vor seiner Haustür beobachten kann. Sportlich in die Straße einfahren, am Kissen zur Verkehrsberuhigung heftig abbremsen, rüber rollen, Gas geben. „Ich bin in der Moselstraße schon überholt worden“, erzählt er. Die Moselstraße ist, wie alle anderen Straßen im Quartier, Teil einer Tempo-30-Zone.

Anwohner fordern gleiches Recht für alle

Meistring hatte Rederecht für die Sitzung beantragt und berichtet den Ausschuss-Mitgliedern, wie sich das Leben in der Straße verändert hat. Er betont: „Die Anwohner der Moselstraße haben den gleichen Anspruch auf Schutz, wie die in der Friedrich-Ludwig-Jahn Straße.“ Er hat diverse Anregungen mitgebracht, wie die Situation für die Anwohner beider Straßen aus seiner Sicht besser werden könnte. Dazu gehören veränderte Verkehrsführungen und der Ausbau der Aller- oder Heidestraße.

Innstraße noch nicht in Betrachtung eingeflossen

Warum einige Straßen des Quartiers nicht in die Betrachtung hineinfallen, erklärt die Stadt auf Nachfrage mit der begrenzten Anzahl der zur Verfügung stehenden Geräte. Drei Straßen führen vom Havelländer Weg zur Nauener Straße: Friedrich-Ludwig-Jahn Straße, Moselstraße und Innstraße. Letztere hat keine bauliche Verkehrsberuhigung und nur in einer Richtung muss einmal das „Rechts-vor-Links“ beachtet werden. Warum gerade hier keine Zählung stattfand, bleibt rätselhaft. Laut Stadtverwaltung soll es aber auch hier zu „gegebener Zeit“ eine Verkehrszählung geben.