Schon mit diesem ersten Ton zog das Quintett "percussion posaune leipzig" die rund 80 Zuhörer in ihren Bann, bevor sich der Klang im Spiel der einzelnen Instrumente entfaltete. Mit klassischen Stücken, etwa auch auf historischen Blasinstrumenten gespielt, begann das abwechslungsreiche Konzert.
Werke von Bizet, Ravel und Debussy folgten. Alles dargeboten in spezieller Fassung für die Instrumente: Alt-, Tenor- und Bassposaune gespielt von Stefan Wagner, Marton Palko und Joachim Gelsdorf.
Für die musikalische Würze sorgte Percussionist Wolfram Dix. Als echte Überraschung erwiesen sich seine Soli. Etwa auf der Schlitztrommel, einem kastenförmigen Instrument mit sechs Klangzungen, ähnlich einem Xylophon, auf dem der Musiker das Publikum mit rhythmischer Klangvielfalt in die Leipnitzsche Theorie von den kleinsten Bausteinen des Universums entführte. Die vier Musiker, alle Solisten namhafter deutscher Orchester, unterhielten das Publikum sowohl mit virtuosem Spiel als auch mit einem abwechslungsreichen, unterhaltsamen Programm.
Auf vergleichbar hohem musikalischen Niveau, aber mit ganz anderen Inhalten folgte das zweite Konzert am Sonnabend, ebenfalls in der Falkenhagener Kirche. Das Trio "Oui d'accord" mit dem Amerikaner Daniel Stretich (Akkordeon), dem Argentinier Pablo Castagnola (Gitarre) und dem Briten Simon Houghton (Bass) spielte einen Mix aus französischer Musette, Tango und Jazz.
Die drei exzellenten Musiker begeisterten das fast ausverkaufte Haus mit der ganzen Leichtigkeit, melancholischen Heiterkeit und Eleganz, die dieser Musik eigen ist. Mit anhaltendem Applaus, Bravo-Rufen und zwei Zugaben endete der stimmungsvolle Frühlingsabend.
So richtig "französisch", gemäß dem Motto der diesjährigen Musiktage "Musique à la carte", wurde es bei der Veranstaltung am Sonntag. In dem kleinen Musical "Aus Versehen Paris", gespielt, gesungen und getanzt von Marie-Christin Zeisset und Robin Poell, musikalisch sehr schön begleitet von Ingvo Clauder am Klavier, verschlägt es zwei Berliner in das Paris der 50er Jahre. Sie erkunden die Stadt, genießen das Nachtleben und werden - wie könnte es anders sein - ein Paar, bevor es wieder zurück an den Kudamm geht.
Wie die beiden das spielen, ist höchst witzig, charmant und unterhaltsam. Chansons und Schlagerklassiker, Tänze und Wortspiele wechselten in schneller Folge. Besonders beeindruckend waren die Stepptanzeinlagen, solo oder als Paar, mit denen die beiden Bühnenkünstler ebenso gekonnt aufwarteten, wie mit einem Cancan.
Mit der Zusammenstellung des Programms für die 17. Falkenseer Musiktage hat die künstlerische Leiterin und Organisatorin Isabelle Engelmann auch in diesem Jahr eine ausgezeichnete Wahl getroffen, was nicht zuletzt auch die hohe Besucherzahl, der Applaus und die gute Stimmung des Publikums beweisen.
Das bisherige Programm war abwechslungsreich, mit erstklassigen Akteuren auf der Bühne. Auf den zweiten Teil am Wochenende vom 15. bis 17. April - mit wiederum drei Konzerten, darunter einem Kinderkonzert am Samstag - darf man gespannt sein.