Der gebürtige Dallgower Rüdiger Wichmann stellt seit dem 20. Oktober im Rathaus Dallgow aus. Der Künstler zeigt hier einen Querschnitt aus seinem Schaffen, Hauptaugenmerk liegt auf verschiedenen Skulpturen und Plastiken.

Schnitzereien aus Holz sind der Anfang

Wichmann, Jahrgang 1947, ist bereits seit mehr als 40 Jahren künstlerisch aktiv. Angefangen habe alles mit Plakaten während des Studiums und dem Schnitzen von Masken aus Holz in den 70er Jahren. Eine dieser Holzmasken, aber später entstanden, hängt auch im ersten Obergeschoss des Rathauses. Diese Holzmasken waren so beliebt, dass er sie in der ganzen DDR verkaufte.

Förderklasse bei Werner Rosenthal

Bald wagte er sich auch an größere Skulpturen aus Holz. Er wurde Mitglied im Zirkel für Holzgestaltung und war schließlich ab 1978 Mitglied der Förderklasse Plastik-Bildhauerei BKK Potsdam unter Werner Rosenthal. Elf Jahre war Wichmann teil dieser Gruppe, lernte, sich erst zeichnerisch den Körpern zu nähern und sie dann plastisch umzusetzen - mit den verschiedensten Materialien.

Gießerei gefunden

Um die Wende herum schlief seine künstlerische Tätigkeit, die er immer nur im Nebenerwerb ausübte, etwas ein. Erst um die Jahrtausendwende, als er eher zufällig auf die Gießerei Gregor traf, belebte er sein künstlerisches Schaffen wieder. Bis heute werden Wichmanns Werke hier gegossen.
Über die Gießerei kam Wichmann dann auch an Aufträge für den Denkmalschutz als Restautor heran. Er arbeitete Teilstücke nach, die dann gegossen und an Originale angesetzt wurden oder arbeitete verloren gegangene Stücke nach.

Selbstständiger Künstler im Nebenberuf

Seit 2005 war Wichmann nebenberuflich als selbstständiger Künstler tätig. Im Hauptberuf hatte er eine Gartenbau- und -pflege-Firma. Das sei oftmals stressig gewesen und er habe viele Termine gehabt, aber es habe immer Spaß gemacht, erzählt Wichmann.

Taschenmesser weckte Lust am Schnitzen

Als Künstler mag er es, mit verschiedenen Materialien zu experimentieren. So hat er Werke aus Ton, Wachs, Stein und Bein (Knochen) erschaffen. Bei der Bein- und Holzschnitzerei ist er quasi zurück bei seinen Ursprüngen. Etwas verschmitzt erzählt er, dass er als 10- oder 11-Jähriger in Dallgow-Dorf lebend ein Taschenmesser gefunden habe und sich damit was geschnitzt habe - natürlich ohne seinen Eltern zu erzählen, dass er ein Messer besitzt.
Heute sind die Dimensionen schon mal größer, wenn Rüdiger Wichmann mit Holz arbeitet. So hat er für seine Enkelkinder ein großes Holzpferd aus einem gefällten Baum erschaffen.

Biber für die Landesgartenschau

Im Rathaus Dallgow sind bis zum 19. Dezember verschiedene Werke von Zeichnungen über Holzmaske bis zum Blei- und Bronzeguss zu sehen. Einiges davon sind Leihgaben oder Auftragsarbeiten, wie die beiden Biber, die normalerweise in Rathenow zu Hause sind und die Wichmann für die Landesgartenschau 2006 geschaffen hat.
Die Ausstellung im ersten Obergeschoss und im Innenhof des Gebäudes ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses Dienstag von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr, Donnerstag von 7.30 bis 12 Uhr und 13 bis 15 Uhr, sowie Freitag von 9 bis 12 Uhr zu besichtigen.