So kritisierte Meyer den Angaben zufolge erneut die Informationspolitik des Landkreises scharf, weil er zum Bau einer weiteren Gemeinschaftsunterkunft in Falkensee erneut nur aus der Zeitung erfahren habe. "Als mündiger Bürger fühle ich mich nicht ernst genommen und werde daher in Zukunft in diesem Gremium nicht mehr mitarbeiten, obwohl ich die dort herrschende Gesprächsatmosphäre schätze", so Meyer. Indes hat die Initiative "Willkommen-in-Falkensee", die sich für ein weltoffenes und demokratisches Falkensee einsetzt, am Donnerstagabend während des sechsten Treffens des Gremiums ihre bisherigen Aktivitäten dargestellt und gleichzeitig einen Ausblick gewagt.
Kathleen Kunath und Johanna Schwarz berichteten von den Aktivitäten der Initiative. Bislang gehören 120 aktive Mitglieder zu diesem Kreis. Darunter sind Privatpersonen aber auch Institutionen wie Kirchengemeinden, das Haus am Anger, die Falkenseer Tafel und Sportvereine. Inzwischen haben sich zehn Arbeitsgruppen gebildet. Themenbereiche sind zum Beispiel Öffentlichkeitsarbeit, Sport, Patenschaften, Freizeitgestaltung aber auch Recht und Verwaltung oder interkultureller Austausch. Ziel aller Aktivitäten ist gelebte Gastfreundschaft, die nicht nur Flüchtlinge, sondern alle Menschen, die neu nach Falkensee kommen, willkommen heißt.
Auch für die Zeit nach dem Bezug des Übergangswohnheims soll es bereits zahlreiche Pläne geben. Diese reichen vom Willkommensfest über Patenschaften bis zum gemeinsamen Reparieren von Fahrrädern oder dem internationalen Gärtnern. Bei all dem geht es immer um Dialog, um Begegnung auf Augenhöhe. "Wir haben viele Menschen, die ganz viel können, in unseren Reihen", so die Vertreterinnen der Initiative. Da gebe es Ärzte, Journalisten und Menschen mit vielen anderen Fertigkeiten. "Wir sind offen für alle, bei uns ist jeder willkommen, jeder kann mitmachen und jeder wird gebraucht!"
Unterstützung von Seiten des Landkreises und der Stadt wünschen sich die Aktiven zum Beispiel in Form einer Koordinierungsstelle für die ehrenamtliche Arbeit, die gleichzeitig die Schnittstelle zur Verwaltung darstellen könnte, von mehrsprachigen Stadtplänen, in denen besondere für Neuzugezogene interessante und wichtige Punkte besonders gekennzeichnet sind, aber auch Willkommenspakete mit ersten wichtigen Dingen wie zum Beispiel einer Telefonkarte oder einem Stadtplan stehen auf der Wunschliste.
Im letzten Teil der Sitzung verständigten sich die Teilnehmer über die Zukunft des Runden Tisches. Als Forum für den städtischen Diskurs soll dieser zunächst auch nach dem Bezug des ersten Übergangswohnheims weiterbestehen. Künftig ist eine Erweiterung des Runden Tisches um Vertreter der Einrichtungen sowie themenbezogen zu einzelnen Sitzungen denkbar. Auch Vertreter der Bewohner der Übergangswohnheime sollen langfristig mit am Tisch sitzen.
Themenfelder künftiger Sitzungen sollen unter anderem sein: Die Integration von Kindern und Jugendlichen in Kita, Hort und Schule, die Gesundheitsversorgung in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitszentrum, die Frage nach gemeinnütziger Beschäftigung und natürlich Themen, die sich aus den Heimen heraus ergeben.
Außerdem will es sich der Runde Tisch zur Aufgabe machen, die Vernetzungsarbeit innerhalb der Stadt weiterhin tatkräftig zu unterstützen.