Zuletzt hatte etwa der Vorsteher des Wasser- und Abwasserverbandes Havelland (WAH), Thomas Sellbinder, erklärt, zumindest bis zu einer politischer Klärung des Sachverhalts auf Landesebene entsprechende Bescheide außer Vollzug zu setzen und Aussetzungsanträgen zuzustimmen. Auf einer außerordentlichen Verbandsversammlung im Februar wird die Altanschließer-Problematik vertiefend erörtert.
Indes hat die Fraktion FRISCHER WIND/PIRATEN in der Nauener Stadtverordnetenversammlung Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) nun einen Fragenkatalog übermittelt, weil der Stadt als größtem Verbandsmitglied eine besondere Verantwortung zukomme. Dazu sagte der Fraktionsvorsitzende Steffen Glagow: "Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts stellt sich für uns die Frage, was mit den zu unrecht vereinnahmten Millionen geschehen soll. Viele Menschen haben im Vertrauen auf das verfassungskonforme Handeln von Politik und WAH bezahlt. Dieses Vertrauen ist enttäuscht worden. Unrechtmäßige Einnahmen einfach zu behalten ist für unsere Fraktion keine Option. Es sollte eine Frage des Anstandes sein, dieses Geld ungeachtet formaler Spitzfindigkeiten den geschröpften Bürgern zurück zu erstatten."
Dem Schicksal jener Menschen, die durch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen Haus und Hof verloren haben, müsse zudem besondere Beachtung geschenkt werden, so Glagow weiter. Eines ist klar: Die Forderung nach grundsätzlicher Erstattung der Beiträge wird mittlerweile in verschiedenen anderen Brandenburger Kommunen erhoben. Ob das allerdings fruchten wird, bleibt offen.