Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Neumann betonte: "Wir stehen für ein friedliches und weltoffenes Frankfurt." Natürlich werfe die Situation um die Flüchtlinge Fragen auf, "Fragen, die auch wir haben. Aber wir bemühen uns, die Probleme zu lösen, im Zusammenspiel aller Demokraten." Viele Menschen hätten Angst, die Flüchtlinge nähmen ihnen etwas weg. "Ich sage: Die können uns gar nicht so viel wegnehmen, wie wir, wie die Industriestaaten ihnen über die Jahre weggenommen haben."
Die Rassisten würden nicht in die rechte Ecke gestellt, betonte Wolfgang Neumann. "Dort haben sie sich ganz allein hinbewegt." Gleichwohl sollte man "die Hände reichen denen, die mit uns reden wollen. Wir stehen bereit, bei ihnen Herz und Verstand wieder zu aktivieren."
40 Rechte demonstrierten zeitgleich gegen angebliche Überfremdung und gegen die Asylpolitik, die einen "Ausverkauf unseres Vaterlandes" zur Folge habe, wie ein Redner sagte. Er sprach von einer "Teilvereinigung Deutschlands" und forderte die Bundesregierung auf, "alles zu tun, dass wir unsere Ostgebiete wiederbekommen". Mit dem Abspielen aller drei Strophen des Deutschlandliedes wurde diese Forderung unterstrichen.
Für ihn seien diese Leute Neonazis, sagte Thomas Nord, Linken-Bundestagsabgeordneter, am Rande. "Wer sich mit solchen Symbolen auf die Straße stellt, der weiß genau, was er tut", erklärte er mit Blick auf die Fahnen der Neonazipartei Der III. Weg.
Die Polizei nahm zwei vermummte linke Protestierer kurzzeitig in Gewahrsam, brauchte ansonsten nicht einzugreifen.
Ca. 130 Frankfurter haben am Sonnabend Flagge gezeigt für Solidarität mit Flüchtlingen und gegen einen Neonazi-Aufmarsch.