"Mir bedeutet dieser Sieg sehr viel, nachdem ich voriges Jahr nur Zweite geworden bin", wertet die Bronzegewinnerin der Deutschen Schülermeisterschaft eine Woche zuvor. Alle Rennen seien vom Gefühl her gleich gut verlaufen, "aber die Berge liegen mir am ehesten. Beim Training fahren wir manchmal auch bis nach Podelzig", erzählte sie nach der Abschlussetappe über 32,4 km rund um den dortigen Zeisigberg. Die hat es mit ihrem einen Kilometer langen Anstieg auf Asphalt hin zum Zielbereich in sich. Dreimal mussten ihn die Schüler- sowie weiblichen Jugendklassen zurücklegen. "Das war sehr schwer, weil es morgens auch noch nass war", so die Tagesdritte.
Mit Abschluss der Rundfahrt hatte Gina Haberecht mit der Gesamtzeit von 3:00:57 Stunden fast zwei Minuten Vorsprung auf die Zweite Paula Leonhardt (SC Berlin) herausgefahren und war auch noch ein paar Sekunden schneller als die Erste der U17, Lilian Meißer (RSC Cottbus).
Nicht so erfolgreich lief es am Ende für Roman Duckert, der eine Woche zuvor U-15-Vize-Meister auf der Straße geworden war. Der Sportschüler vom Frankfurt RC 90 hatte sein gelbes Trikot nach der dritten Etappe in Güldendorf an seinen Dauerkonkurrenten und Deutschen Meister Laurin Drescher (ESV Lok Zwickau) verloren. "Roman lag dann fünf Sekunden zurück und es war klar, dass er den Gesamtsieg nicht mehr holen kann. Er hat in Podelzig vor allem seinen Trainingskameraden Lu Morten Eckert unterstützt, der Dritter der Abschlussetappe wurde. Auch Philip Dreyer fuhr in der Spitzengruppe mit", beschreibt ein sehr zufriedener Lehrertrainer Ingo Messerschmidt. Denn: Neben der Gesamtsiegerin wurde Roman Duckert am Ende Gesamtzweiter, Lu Morten Eckert Fünfter - " eine starke Leistung für den Vierzehnjährigen, der bei der DM Vierter geworden war", so Messerschmidt. Daneben platzierten sich weitere Sportschüler unter den besten Sechs.
15 Frankfurter Sportschüler der U15/U17 aus mehreren Vereinen Brandenburgs waren bei der Oderrundfahrt gestartet. "Ein starker Jahrgang", urteilt der Trainer der Siebt- und Achtklässler. "Sie wollen Leistung bringen und pushen sich gegenseitig nach oben. Diese Eigenmotivation ist wichtig, sonst klappt es nicht, wenn es schwer wird", beschreibt der Lehrertrainer. Beispielgebend nennt er die beiden bergigen Etappen in Güldendorf und am Zeisigberg. "Da sind alle richtig harte Rennen gefahren, vom Tempo her und den Attacken". Selbst von Stürzen wie in Güldendorf ließen sich Sophie Zinke, Philip Dreyer und Oliver Schneider nicht beeindrucken, alle fuhren die Etappe durch.
Für die Sportschüler stehen bereits am kommenden Wochenende die nächsten Wettkämpfe an. Hagebrecht, Duckert und Eckert fahren zur Deutschen Meisterschaft im Omnium nach Köln, andere Radsportler zur Landesmeisterschaft Straße in Mittenwalde (LDS). Danach folgt die LM Bahn in Forst.
Gina Haberecht hat derweil die nächsten großen Ziele konkret vor Augen. "Ich will nächstes Jahre Deutsche Meisterin werden und unbedingt zum BDR", schaut sie voraus. Um in das Nationalteam des Bundes Deutscher Radfahrer aufgenommen zu werden, muss man sich unter den ersten Drei bei der DM platzieren und im September bei einem Sichtungsrennen gut abschneiden. Dann wird man zu einem Lehrgang eingeladen. Vater Jens Hagebrecht glaubt an seine Tochter: "Gina hat in dem Jahr an der Sportschule einen riesengroßen Sprung getan, um sich in der Spitze zu etablieren. Sie hat ein breit gefächertes Talent", so der Trainer beim 1. RSC Strausberg