Bevor die Frankfurter Akteure über ihre Sicht und Maßnahmen diskutieren konnten, hielt Heiko Homburg vom Präventionsreferat des Brandenburgischen Verfassungsschutzes einen Vortrag über den Rechtsextremismus in Brandenburg und begründete damit, warum Prävention überhaupt notwendig ist. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass es in Frankfurt 50 gewaltbereite Rechtsextreme gibt. Die NPD habe in Frankfurt dennoch keine Basis; der angrenzende Kreisverband Oderland ist aber der zweitstärkste in ganz Brandenburg. "Die konzentrieren sich gern in der größeren Stadt", erklärt sich Homburg die Aufmärsche in Frankfurt.
Auch die Szene rechtsextremer Bands sei rund um Frankfurt dicht. Sechs von 25 derartigen Gruppen in Brandenburg haben ihren Sitz in Oder-Spree. Frankfurt gilt außerdem als einer der Veranstaltungsorte. "Solche Konzerte haben eine Scharnierfunktion, sie bieten Eintritt in die Szene und fungieren als Treffpunkt", beschrieb Homburg die Lage.
Als Möglichkeiten der Prävention von Landesseite nannte er unter anderem die Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) und mobile Beratungsteams. Robin Kendon vom Frankfurter Beratungsteam nahm an der anschließenden Podiumsdiskussion teil und betonte die Bedeutung von "breit gefächerten" präventiven Maßnahmen. Was Frankfurt auch schon bei der Nazi-Demonstration im März auf die Beine gestellt habe, sei beeindruckend. "Aber in der Zwischenzeit darf man die Prävention nicht vergessen", forderte er. "Mir wäre es lieber, es gibt gar keine Demo", stellte er klar und forderte Unterstützung für kontinuierliche Projekte.
Das Bündnis "Kein Ort für Nazis", das zu einer Blockade der angekündigten Demonstration aufruft, setzt auf ein breites Netzwerk. "Dort, wo Demokraten stark sind, sind Faschisten schwach", sagt Bündnissprecher Janek Lassau.