Das jedenfalls hat Ortsbeirat Wolfgang Welenga (Die Linke) angekündigt, der auch Wehrleiter und Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes ist. Er wolle 2020 stattdessen ein eigenes Jubiläum feiern. Weder an den Vorbereitungen, noch an der Durchführung des Dorfjubiläums werde die Feuerwehr sich beteiligen, kündigte Welenga auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung Ende Oktober an (MOZ berichtete). Vielmehr werde eventuell eine eigene Veranstaltung zum 135-jährigen Bestehen der Kliestower Wehr vorbereitet.
„Das ist schon ein trauriges Ergebnis“, sagt Ortsvorsteherin Gudrun Heinrich zu der Ankündigung. Die Feuerwehr gehöre doch zum Dorf wie die Kirche. So eine große Veranstaltung, wie 700 Jahre Kliestow, müsse doch gemeinsam begangen werden. Auf Anfrage verwies Welenga nur auf das eigene Jubiläum der Feuerwehr. Eine gemeinsame Feier möchte er nicht. MOZ-Leser Henning Krüger geht das zu weit. Wolfgang Welenga betrachte  „den Ortsteil als Teil der Freiwilligen Feuerwehr“, tut er seinen Unmut in einem Leserbrief kund. Zudem wirke das kleinere Jubiläum gegenüber dem eines ganzen Dorfes „nicht besonders eindrucksvoll“.
Ellen Thom, Ortsvorsteherin von Lichtenberg, mutmaßt in einem Schreiben an die MOZ persönliche Beweggründe als Motiv. Welenga wähne sich als „Kaiser“ im Dorf, obwohl er nicht als Ortsvorsteher gewählt worden sei. Ihr sei bekannt, dass die Interessen in Kliestow seit längerem auseinander gehen.
Tatsächlich kam es in den vergangenen viereinhalb Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Gudrun Heinrich und Wolfgang Welenga, der nach den Kommunalwahlen 2014 überraschend als Ortsvorsteher abgewählt worden war. Doch: Zusammen zu arbeiten, sich respektieren und einander zuhören, müsse doch wohl möglich sein, schreibt Ellen Thom.  „Zum Wohle des Ortsteiles“, appelliert sie.
„Ich fände es sehr schade, wenn wir nicht mit der Feuerwehr zusammen das Jubiläum begehen“, findet auch Gudrun Heinrich. Sie arbeite gerne mit den Kameraden Hand in Hand und werde sie nichtsdestotrotz zum Herbstfest einladen.
Zur Organisation der Auftaktveranstaltung wollen sich der Ortsbeirat und der Heimatverein Anfang 2019 mit allen Interessierten treffen.