841 Wohnungen sollen laut aktueller Rückbauliste bis Ende 2017 in Neuberesinchen abgerissen werden. Mit ihnen verschwinden weitere Einwohner aus der unmittelbaren Nachbarschaft des HEP. Für das Center eine gewaltige Herausforderung, weil jeder von ihnen ein Kunde weniger sein könnte.
Frank Gerson, Leiter des E-Centers - des größten Mieters im HEP - sieht der Zukunft dennoch gelassen entgegen. "Klar haben unsere Kunden Angst, dass wir zumachen. Aber da kann ich alle beruhigen. Der Laden läuft gut." Seit einem Jahr verzeichne sein Markt, der mit 68 Beschäftigten auch der größte Arbeitgeber im HEP ist, steigende Kundenzahlen (zwischen ein und zwei Prozent) und ein Umsatzplus von etwa drei Prozent. "Ich kann keinen Abbruch erkennen", sagt Gerson. Nachdem Edeka seinen Vertrag erst 2012 um zehn Jahre verlängert und das E-Center für 500 000 Euro umgebaut habe, wolle man sich stetig weiter entwickeln. "Von Edeka und vom Center-Management werden wir dabei unterstützt, haben volle Rückendeckung." Neben vielen kleineren Investitionen wie dem Austausch von Kühltruhen in diesem Jahr soll 2015 der im Markt integrierte Backshop ebenso umgebaut werden wie Schäfer's Backshop am Eingang des E-Centers. Kosten: 60 000 Euro. "Wir sind so stabil, dass weiter investiert wird", sagt Gerson, der in diesem Jahr wieder fünf Auszubildende einstellen möchte. "Eigentlich bräuchten wir nur zwei. Wir wollen aber unseren Teil dazu beitragen, dass die Jugend hier in Frankfurt bleibt. Das ist doch die Zukunft der Stadt. Bei uns können sie sich innerhalb von fünf Jahren bis zum Marktleiter hocharbeiten."
Seinen Laden sieht Gerson bestens aufgestellt. Vor allem mit den Frischeprodukten könne der Markt punkten. In diesem Bereich zähle man zu den Top Drei der E-Center in den neuen Bundesländern. "Fast die Hälfte des Einkaufes wird bei uns in der Frische getätigt." Das Gros der Kunden komme aus Mitte, der Halben Stadt und auch aus Nord. 80 Prozent der Einkäufer seien ältere Kunden. Zuwächse gebe es im Bereich der 30- bis 50-Jährigen. "Darunter sind viele, die hier früher gewohnt haben", sagt Gerson. Dass abgerissen werde, damit müsse man, wie bisher auch, leben. "Wir haben nicht den idealsten Standort. Aber die Leute kommen trotzdem zu uns. Das spricht doch für unsere Qualität."
Auch die Gesamtentwicklung des HEP mit über 200 Mitarbeitern sieht er positiv. "Der Austausch mit den anderen Mietern, mit denen wir eine Werbegemeinschaft bilden, läuft gut. Die Center-Leitung ist sehr flexibel. In den zwei Jahren, in denen ich jetzt hier bin, ist noch kein Mieter ausgezogen." Dass das Center-Management derzeit eine neue Brandschutzanlage einbaut, wertet Gerson als gutes Zeichen. "Das macht man nicht, wenn man schließen möchte."
Das Center-Management will sich zur Zukunft des HEP momentan nicht äußern. Man wolle die Wahlen abwarten und die weitere Diskussion um das Südringcenter, hieß es auf Nachfrage.
Fest steht indes, dass der Bekleidungsfilialist Ernsting's family im HEP mit Auslaufen des Mietvertrags am 31. Mai geschlossen wird. "Es ist kein Umzug oder eine Neueröffnung der Filiale an anderer Stelle geplant", sagt Unternehmenssprecherin Kathrin Pruisken. Kündigungen soll es aber nicht geben. "Alle Mitarbeiterinnen der Filiale werden von Ernsting's family auch nach dem 31. Mai weiter als Verkäuferinnen in Frankfurt beschäftigt sein."