Großbaustelle Bahnhofstunnel: Seit gesternist das 120 Jahre alte Überführungsbauwerk der Deutschen Bahn gesperrt. Knapp 30 Bauarbeiter bereiten den kompletten Abriss und Neubau vor.
Das einzige Licht, das gestern im Bahnhofstunnel brannte, war das grell aufblinkende Gelb der Ampel im schwarzen Loch. Doch da geht jetzt nichts mehr. Nur Fußgänger dürfen die östliche Tunnelseite nutzen. Für sie wird zwischen den Gleiskörpern der Straßenbahn eine Notgehbahn eingerichtet. Zwischen den Schienen rattern ein paar Baufahrzeuge.
Wichtigster Mann vor Ort ist Uwe Brettin. Der 53-Jährige ist Leiter des Baubüros der DB Mobility Logistics AG und berichtete, dass mit der Herstellung von Baugruben und der Verlegung der Medien – von Trinkwasser- bis Elektroleitungen – begonnen wurde. „Wir bauen unter vollem Rad“, formulierte er stolz. Womit die Arbeit bei unveränderter Nutzung der Schienennetze gemeint ist. „Es wird Ausnahmen geben, auch Totalsperren des Eisenbahnverkehrs mit Schienenersatzverkehr“, kündigte Brettin für 2012 aber an.
Die Bahn investiert 50 Millionen Euro in das Bauprojekt „Bundesschienenwegeausbauvorhaben Ausbaustrecke Berlin–Frankfurt (Oder)–Grenze Deutschland/Polen“. In dieser Summe stecken neben dem Großprojekt Bahnhofstunnel u.a. der Neubau von Lärmschutzwänden Am Wasserturm und nahe Güldendorf mit einer kompletten Sanierung des Bahndamms. Erneuert werden die Eisenbahnüberführungen Dresdener und Güldendorfer Straße sowie das Kreuzungsbauwerk Reppen.
Das 120 Jahre alte Überführungsbauwerk, wie der Bahnhofstunnel offiziell heißt, wird nach Auskunft von Bauleiter Freimut Molkenthin „ein lichtes schönes Bauwerk, auf das Frankfurt stolz sein wird.“ Mit diesem Blick aufs Jahr 2014 hofft Molkenthin, bei den Bürgern der Stadt auf Verständnis zu stoßen. Man spreche hier von einer Großbaustelle mit Tief- und Oberbau-Leistungen sowie der Neuverlegung von Telekommunikations-, Oberleitungs- und Starkstromanlagen über den neuen Gleisen.
Sperrungen:
Die Bahnhofstraße ist seit gestern voll gesperrt. Die Straße ist ab Spiekerstraße nur für Bus und Taxen befahrbar, die durch die Haltestelle der Straßenbahn zum Bahnhof gelangen. Für den Individualverkehr wird eine Umleitung über die Heilbronner Straße – Zehmeplatz – Gubener Straße – Ferdinandstraße zum Bahnhof ausgeschildert. In Richtung Zentrum wird der Verkehr ebenfalls durch die Haltestelle geführt.