Die Traurigkeit über das Ende des Altstadtfestes im Kiez ist Nico Druss deutlich anzumerken. „Ich hätte es wirklich gern weiter organisiert, aber zum Schluss hat es mich nicht nur Zeit gekostet, sondern auch Geld. Leider können wir unter dieser Voraussetzungen die 30. Ausgabe nicht mehr schaffen“, bringt es der Inhaber der Bewirtung 1900 auf den Punkt.
2014 hatte der Gastronom die Organisation der Veranstaltung übernommen, für die vorher der Interessenverband Altberesinchen zuständig war. Doch nach dem erfolgreichen Start zeichneten sich 2016 erste Schwierigkeiten ab, als der Gebührenbescheid der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) eintraf. Der war acht Mal so hoch wie vorher, weil nicht mehr nur die Beschallungsfläche vor den Bühnen sondern die gesamte Veranstaltungsfläche des Festes berechnet wurde. Für den Gastronom ein Schock. Auch von der Stadt gab es keine Hilfe. Statt dessen waren Gebühren fällig, etwa für Straßensperrungen, die für das Altstadtfest unverzichtbar sind.
Gleich Anfang Januar sprach Nico Druss mit Oberbürgermeister Martin Wilke über das drohende Aus der Veranstaltung und über eventuelle Hilfen seitens der Stadt. „Da hatte ich noch etwas Hoffnung“, erinnert er sich. Zwar habe sich der OB dafür ausgesprochen, das Fest in jedem Fall beizubehalten, doch folgten den Worten keine Taten.
Auf Anfrage der MOZ erklärte  Martin Wilke, dass es außerordentlich bedauerlich sei, wenn das Altstadtfest nicht mehr stattfände. Er lobte den imagestiftenden Charakter des Events für Altberesinchen, dass sich zudem zum Besuchermagnet entwickelt habe und aus dem städtischen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken sei. Zudem betonte der OB, dass er sowohl seine Fachkollegen in der Verwaltung als auch die für das Marketing zuständige städtische Gesellschaft gebeten habe, zu prüfen, welche Möglichkeiten es gebe, Nico Druss zu unterstützen. „Die Prüfung dazu läuft noch“, so Martin Wilke.
„Selbst wenn jetzt Hilfe käme, wäre es für ein Fest in diesem Jahr zu spät“, so Nico Druss. Ganz ausschließen will er einen zukünftigen Neustart nicht, allerdings müssten sich dafür die Bedingungen wesentlich ändern. Derweil organisiert er die erste Rocknacht am 9. Juni in Groß Lindow. „Dort sind mir die Verantwortlichen wirklich entgegengekommen“, meint er mit Blick auf die Frankfurter Rathausspitze.