Abwasserfest
: Gruselspaß an der Kläranlage

Hunderte strömten am Sonnabend zum Abwasserfest in den Mittelweg. Die Ideen der FWA-Mitarbeiter begeisterten Jung und Alt.
Von
René Matschkowiak
Frankfurt (Oder)
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  • Andreas Ziemtek (l.) und Marco Curt sorgten im Gruselkabinett beim Abwasserfest der FWA für Gänsehautmomente bei Merle, Malu und Mila (v.l.).

    Andreas Ziemtek (l.) und Marco Curt sorgten im Gruselkabinett beim Abwasserfest der FWA für Gänsehautmomente bei Merle, Malu und Mila (v.l.).

    René Matschkowiak
  • Auf dem Festgelände der FWA im Mittelweg tanzten die Bagger für die Kinder und jung gebliebene Eltern Ballett.

    Auf dem Festgelände der FWA im Mittelweg tanzten die Bagger für die Kinder und jung gebliebene Eltern Ballett.

    René Matschkowiak
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Anne Silchmüller, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei der FWA, betreute den Zielwurfstand. Hier wurde freilich nicht mit Bällen geworfen, sondern mit einem nassen Schwamm auf Toilettendeckel, die auch noch lustig dekoriert waren. „Der Schwamm darf nicht zu nass und nicht zu trocken sein“, meinte sie lachend, „dann trifft man auch“. Originell war auch das Pümpelmemory, das sich die Mitarbeiter ausgedacht hatten.

Schlange vorm Gruselkabinett

Der Höhepunkt aber war ein Gruselkabinett. Eine lange Schlange vor dem Eingang zeugte vom Interesse der Besucher. Andreas Zientek ist im richtigen Leben Maschinist bei den Wasserwerken. Am Sonnabend versuchte er sich zusammen mit Marco Curt erfolgreich als Schausteller. Leuchtende Kontaktlinsen in den Augen und überlange Fingernägel gaben seinem Äußeren einen gewissen Gruselfaktor. Spinnenweben, ein eigens von einer Mitarbeiterin gemaltes großes Bild mit einer Ratte und eine von unten beleuchtete Toilette mit menschlichen Hinterlassenschaften aus Bauschaum waren nur einige der kreativen Zutaten in dem düsteren Raum. So richtig gruselig fanden es Malu und Mila zwar nicht, wie sie sagten. Spaß aber habe es trotzdem gemacht.

Ein paar Meter weiter tanzten die Bagger Ballett. Wie von unsichtbarer Hand gesteuert, drehten sich die Maschinen auf der Stelle. „Weil das Interesse der Kinder in den letzten Jahren so groß war, wurde noch ein dritter Bagger hingestellt“, erklärte Thomas Zock. „Einige Väter sind auch interessiert – passen aber nicht auf den Schoß der Baggerfahrer“, meint er mit einem Schmunzeln.

Großes Interesse gab es auch bei den stündlich stattfindenden Rundgängen durch die Kläranlage. „Ich frage immer, wer schon mal hier war und das waren die wenigsten“, berichtete Maik Spiller, der die Besucher mit viel Fachwissen aber verständlichen Erklärungen durch die Anlage führte. Immer wieder gab es auch Nachfragen, beispielsweise zu Medikamentenrückständen im Abwasser. „Dazu nimmt die FWA gerade an einer Studie teil“, erklärte er. Der Aufwand für das Fest sei groß. Allerdings lohne der sich auch, wenn man das große Besucherinteresse sehe, befand Maik Spiller.

Erlöse gehen ans Kinderheim

Etwas ruhiger ging es bei Johannes Gauerke und Philipp Dressler zu. „Wir sind die Elektrischen“, erzählten sie. Zwar wurde der heiße Draht, den sie gebastelt hatten, auch von einigen Gästen ausprobiert. Die beiden älteren Motorräder, die sie mitgebracht hatten, sorgten aber für noch größeres Interesse. Für die makellose ETZ 250 aus den 80ern bekam Philipp Dressler dann auch prompt zwei Kaufangebote. „Das sind aber nicht unsere Dienstfahrzeuge, wir fahren danach noch zum Oldtimertreffen“, stellte der Elektriker klar.

Nicht nur für Spiel und Spaß sorgten die Mitarbeiter der FWA. Sie wollten auch Gutes tun. Die Erlöse aus den Verkäufen der Speisen und Getränke gehen an das Kinderheim Clara Zetkin.