In einem Rechercheprojekt haben Achtklässler vom Gauß-Gymnasium nun die Lebensgeschichte von Heinz Wollmann und seiner Familie aufgearbeitet. Für sie sollen im März fünf Stolpersteine verlegt werden. Dafür haben die Schüler 360 Euro eingesammelt. Das Geld übergaben sie vor kurzem Dorit Hoffmann vom Bund der Antifaschisten. Gleichzeitig stellten sie Mitschülern die Ergebnisse ihrer Recherchen vor.
Maßgeblich an dem Projekt beteiligt waren der AWO-Kreisverband Frankfurt sowie der Bund der Antifaschisten (BdA). Der Hintergrund: Die AWO bietet im Vorfeld ihrer Jugendweihefeiern jedes Jahr Fahrten zur Gedenkstätte nach Sachsenhausen an. "Doch die meisten sind darauf nicht vorbereitet", erklärt Peggy Zipfel, Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes. So sei die Idee entstanden, die Fahrt in ein gemeinsames Vorhaben mit dem Gauß-Gymnasium und dem BdA einzubinden. Möglich gemacht haben dies auch Fördermittel aus dem Lokalen Aktionsplan der Stadt.
Im Oktober besichtigten die 20 Schüler der Klasse 8a zunächst das frühere Konzentrationslager. Am 9. November folgte eine erste Projektpräsentation. Kurz vor den Weihnachtsferien beschäftigten sich die Schüler dann im Rahmen von Projekttagen zum Thema Ausgrenzung drei Tage lang intensiv mit Spuren jüdischen Lebens in der Oderstadt, mit den Stolpersteinen, die im Straßenpflaster an Opfer des Nationalsozialismus erinnern, und mit Heinz Wollmann. "Dabei sind auch sechs Schautafeln entstanden, die nun im Schulhaus aufgehängt werden sollen", erklärt Marion Lang, Fachlehrerin für Geschichte und LER.
"Wir haben unglaublich viel gelernt", sagte Schüler Tobias Eggert. Dorit Hoffmann vom Bund der Antifaschisten lobte das Engagement der Achtklässler. "Sie sich über mehrere Tage intensiv und ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt". Das sei in diesem Alter nicht selbstverständlich. Auch Peggy Zipfel war begeistert, zumal die Schüler viel über Toleranz gelernt hätten. "Es ist wichtig, dass man sich dazu bekennt, dass jeder Mensch einzigartig ist", sagte sie, und verwies dabei auch auf die Flüchtlingsunterkunft, die im neuen Jahr in der Nähe des Gauß-Gymnasiums entstehen soll. "Seid offen, habt keine Angst. Ihr werdet wieder auf Menschen treffen, die flüchten mussten."