Das 2. Krombacher Hallenturnier hatte mit 550 Zuschauern in der Brandenburg-Halle eine sehr gute Resonanz, bot in sportlicher Hinsicht sehenswerten Fußball und hatte letztlich mit dem FFC Viktoria einen verdienten Sieger.
Allerdings kam es während des Turniers am Dienstagabend zu einigen verbalen Attacken zwischen so genannten Fans des FCV und Zuschauern von Tennis Borussia Berlin, so dass die herbeigerufene Polizei beschwichtigend eingreifen musste.
„Die TeBe-Fans haben richtig gute Stimmung gemacht, sich sportlich fair verhalten. Aber um die Gruppe herum schlichen immer wieder Leute, teilweise mit BFC-Schals, die die Berliner provozierten. Genau zu erkennen, zu welcher Gruppierung die Provokateure gehören, war nicht möglich“, berichtet Mitorganisator Jens Clemens vom gastgebenden FC Union Frankfurt.
Wie auf Internetseite von TeBe zu erfahren ist, fielen immer wieder rassistische und antisemitische Parolen. Personen mit eindeutig rechtsradikaler Kleidung sowie Merchandising vom FFC Viktoria hatten sich in Kleingruppen über die ganze Halle verteilt, interessierten sich sichtlich wenig für das Geschehen auf dem Parkett und schickten immer wieder Späher in Richtung des TeBe-Blocks. Demonstrativ wurden via Handy weitere „Kameraden“ angefordert und angekündigt, dass „es hier heute Abend noch krachen wird“. Die Provokationen wurden im Laufe der Zeit immer heftiger. Als sich eine größere Anzahl vermeintlicher FCV-Hooligans in den TeBe-Block begab und sich gleichzeitig vor dem Hallenausgang eine größere Gruppe formierte, war die Situation so bedrohlich, dass das TeBe-Team seine Teilnahme am Turnier abbrechen musste.
Um eine Attacke am Hallenausgang zu vermeiden wurden die TeBe-Fans über den Innenraum der Halle entlang der Spielerkabinen in Richtung Bus geleitet, wo sich binnen weniger Minuten dreißig bis vierzig vermeintliche Neonazis versammelten, um die Abfahrt des Busses zu verhindern, indem sie das Tor des Parkplatzes schlossen und die TeBe-Fans mit Steinen und pyrotechnischen Gegenständen bewarfen.
Es dauerte einige Zeit, bis die eingetroffene und massiv überforderte Polizei die Abfahrt gewährleisten konnte und die Gäste aus der Stadt eskortierte.
„Wir haben vom Turnier gewusst, uns vorinformiert und in Abständen vorbeigeschaut“, so Polizeisprecher Detlef Lüben. Auf dem Parkplatz flogen Flaschen in Richtung Gästebus, die Seitenscheibe eines geparkten Pkw ging zu Bruch, verletzt wurde niemand, hieß es u.a. im Polizeibericht. „Wir sind dabei, die Angelegenheit aufzuarbeiten. Sollten Besucher beleidigt worden sein, müssten sie sich bei uns melden und Anzeige erstatten. So etwas darf nicht toleriert werden“, sagt Lüben.
„Wir distanzieren uns von den Vorkommnissen, haben uns bereits bei unseren Berliner Sportfreunden telefonisch dafür entschuldigt“, informiert Konrad Pintaske, Vereinspräsident des FC Union.