Die Leichtathletik-Abteilung des SC Frankfurt hat derzeit etwa 130 Mitglieder. Ein Großteil davon sind Kinder und Jugendliche. Einige trainieren auch während der Sommerferien täglich und haben sich für die deutschen Meisterschaften qualifiziert.
Die Sonne brennt, die Luft steht. Während die meisten Schüler während der Sommerferien verreisen, zum See fahren, Eis essen gehen oder einfach die freie Zeit genießen, ackern und schwitzen auf der roten Tartanbahn des Sportzentrums an der Stendaler Straße mehrere Jugendliche. Unter Anleitung von Hartmut Schulze trainieren sie hier im Frankfurter Norden jeden Tag - auch in den Ferien.
Dass sich dieser Aufwand durchaus lohnen kann, beweist Marius Sperling. Der 16-Jährige ist schon sein halbes Leben Leichtathlet und wurde erst am vergangenen Wochenende Norddeutscher Vizemeister über 400 Meter Hürden. Die Norm für die deutschen Meisterschaften schaffte er in dieser Saison bereits dreimal und geht so bei den nationalen Titelkämpfen in Mönchengladbach in zwei Wochen an den Start. "Die Qualifikation war schon lange mein Ziel. Nun bin ich sehr froh, dabei zu sein und hoffe, unter die ersten Acht und damit ins Finale zu kommen", sagt Marius Sperling.
Neben wettkampfnahen Laufübungen auf der Tartanbahn steht mehrmals in der Woche ein umfangreiches Koordinations- sowie Krafttraining auf dem Programm. Da bleibt für andere Hobbys keine Zeit. "Ich bin durch das Training voll ausgelastet. Und in meiner wenigen Freizeit schaue ich am liebsten Fernsehen - natürlich Sport", sagt er. "Marius ist sehr talentiert und schon sehr weit für sein Alter", lobt Schulze. "Und obwohl er nicht an eine Sportschule geht, bringt er Sport und Schule gut unter einen Hut und liefert bei beiden überdurchschnittliche Leistungen ab."
Da hat es Leon Senger schon etwas einfacher. Der gebürtige Frankfurter besucht seit drei Jahren die Sportschule Potsdam und kann daher zweimal am Tag trainieren. Der 800-Meter-Läufer startet nach wie vor für den SC Frankfurt und spult in den Ferien auch hier sein Trainingsprogramm ab. "Ich möchte bei den deutschen Meisterschaften neuen persönlichen Rekord laufen und mich gut verkaufen", sagt der 15-Jährige. Als längerfristiges Ziel hat er ebenfalls klare Vorstellungen: "Mein Traum ist es, einmal bei den Europameisterschaften zu starten."
Dass er in diesem Jahr überhaupt bei den Titelkämpfen dabei ist, war im Winter noch nicht abzusehen. Leon litt an einer Lungenentzündung und musste mehrere Monate mit dem Training aussetzen. "Doch er ist mit viel Einsatz zurückgekommen und hat gezeigt, dass er eine Kämpfernatur ist", lobt Trainer Schulze.
Auf dem Sprung in die Brandenburger Nachwuchselite befindet sich auch Tim Bechly. Als jüngerer Jahrgang startet er noch bei den deutschen Schülermeisterschaften und muss beim Blockmehrkampf in fünf verschiedenen Disziplinen antreten. "Mein Ziel ist es, in die Top-Ten zu kommen und nächstes Jahr dann bei den Jugendmeisterschaften dabei zu sein", sagt er selbstbewusst.
Was die jungen Leichtathleten neben viel Fleiß und Talent vereint, ist eine "ungeheure Disziplin", sagt Hartmut Schulze. "Auf diesem Leistungsniveau muss ein Athlet regelmäßig selbstständig trainieren und an sich arbeiten." Und so absolviert auch Marius Sperling an jedem Wochenende mindestens einen 10-km-Lauf, während seine Kumpels den Sommer am See genießen.