"Es läuft gut, wir haben bisher alles gewonnen, hoffentlich bleibt es so", blickte Sascha Klemz auf die ersten Spiele in der Klasse Herrendoppel Aktive. Gemeinsam mit seinem Partner Oliver Richter - "wir spielen seit zwanzig Jahren immer wieder zusammen" - hat es am Ende tatsächlich mit ihrem ersten Sieg in der fünfjährigen Geschichte des Benefiz-Cups im Badminton des SV Preußen geklappt. Es folgten Paul Müller/Anton Gross (Glienicke) und Basti Winter/Bodo Schindler (Frankfurt).
Obwohl Klemz mittlerweile in Potsdam lebt und dort Badminton spielt, kommt er gern nach Frankfurt. "Preußen Badminton ist wie eine kleine Familie und Oliver steckt viel Kraft in den Benefiz-Cup", bewundert der 32-Jährige das Engagement des Organisators Oliver Richter.
Unter dessen Federführung verstehen es die Oderstädter, seit 2014 Sportler aus dem Umland und Berlin zum Spendenturnier zu laden. Sämtliche Einnahmen aus privaten Spenden, Startgeldern sowie Verkäufen von Sportartikeln und Buffetangeboten kommen nach Abzug der Nebenkosten dem Verein Löwenkinder zu Gute.
Lars Wendland, Gründungs- und Vorstandsmitglied des Kompetenzzentrums, hat diesmal die Veranstaltung nicht nur eröffnet, sondern mit seinem Sohn Florian erstmals selbst mitgespielt. "Für mich gehört es dazu, dass wir nicht nur Spenden entgegennehmen, sondern auch etwas zurückgeben", so Wendland, der ohne Training dabei war und sich deshalb freute, "dass wir im Spiel von Satz zu Satz mehr Punkte holen konnten". Eine vordere Platzierung in der Kategorie C Oldies/Freizeitspieler war ihm nicht so wichtig. Da gingen andere schon eher zur Sache.
Vom Gastgeber siegten im Damendoppel der Klasse B (Hobby) Ilka Müller/Bernice Schweinberger und in der C-Klasse Luise Pudig und Julia Böke. Die Preußen-Jugend Jacob Stellfeld/Richard Zimmermann vertrat die B-Klasse und sicherte sich einen lobenswerten dritten Platz. Weitere Sieger waren Marco Orlik/Kevin Karl (Herren B/Glienicke), Matthias Habbig/Frank Jung (Herren C/Lübben) sowie Eberhard Klinke/Rüdiger Wirthwein (Oldies/Fürstenwalde, Rüdersdorf). Neben den Aktiven zogen die Oldies das Interesse auf sich. So schaffte es die Paarung Jürgen Zimmermann/Alwin Jess aus Eberswalde mit einem Altersrekord von 152 Jahren (70 und 82 Jahre) auf Platz 2, gefolgt von den Frankfurtern Raimund Rose/Dieter Fritsche. "Wir zollen ihnen großen Respekt, sich dem sportlichen Wettkampf zu stellen und für den guten Zweck mitzumischen", so Richter.
Selbst Spieler wie Jens Goldmann (47) und Torsten Gerst (43) von Gaselan Fürstenwalde sahen sich gefordert. "Andere Gegner sind halb so alt wie wir, aber wir bleiben frohen Mutes", so Goldmann, der am Cup auch gut findet, dass "man hier Spieler wiedertrifft, die man aus Jugendjahren kennt, die aber jetzt in anderen Ligen spielen als wir." Und für den Beeskower Vincent Meinhardt zählt, "dass man für eigene Veranstaltungen werben kann."
Unterstützt wurde der Verein wieder von mehreren Sponsoren - der Kfz-Werkstatt Kottke, Bäckerei Jannusch, Hotel Gasthof Goldener Hahn, Sportshop Thomas Herrmann aus Heilbronn, Sparkasse Oder-Spree und der Druckerei Braul aus Berlin. Umso mehr ärgert sich Oliver Richter, dass er trotz rechtzeitiger Anfrage beim Frankfurter Dezernenten für Sport, Jugend, Soziales, Jens-Marcel Ullrich, keine Reaktion auf die Anfrage erhielt, ob der Verein für sein Benefizturnier von der Hallennutzungs- und der Ausschankgebühr in Höhe von 200 Euro freigestellt werden kann. "Sicherlich stand der Wahlkampf um den OB-Posten im Vordergrund, dennoch steht noch eine Antwort aus", so Richter, der diese Summe viel lieber den Löwenkindern mit überreichen würde.
Am Tagesende wurden die Sieger ausgezeichnet und Turnierleiter und Vereinsvorsitzender Hans-Georg Pesch sagte treffend: "Eine prall gefüllte Halle, begeisterte Sportler bis ins hohe Alter, die uns bei einer guten Sache unterstützen, schöne Spiele in allen Klassen und super Stimmung machen unseren Benefiz-Cup aus. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und bedanken uns bei allen Spendern, Unterstützern und Helfern".