Dazu gehören neben der Brücke, die über die Straße führt, auch ein Tunnel für das Klingefließ und ein Personentunnel im östlichen Teil der Baustelle. Mehrere Monate lang ist die Verbindungsstraße im Nordwesten der Stadt deshalb gesperrt. Doch die beteiligten Baufirmen – die Sächsische Bau GmbH Dresden und die Buchwald GmbH Frankfurt – geben alles, damit die Verkehrseinschränkungen auf das Nötigste beschränkt bleiben.

Nächste Sperrpause im Oktober

Bis zu 35 Arbeiter sind derzeit auf der Baustelle tätig. "Eine gute Koordination ist hier das A und O, wir stimmen uns täglich mehrmals ab", sagt Julian Jürgen, Bauleiter der Sächsischen Bau GmbH. Denn die Bauzeit zwischen den Sperrpausen auf der RB-Linie 60, die Frankfurt mit Eberswalde verbindet, ist knapp kalkuliert. Anfang Mai gab es die erste Streckensperrung, um die Gleisumfahrung in Betrieb zu nehmen. Sie verläuft über eine danebenliegende Brücke, die nach Fertigstellung der neuen Überführung ebenfalls abgebrochen wird. Vom 10. bis 16. Oktober folgt die nächste Sperrpause. Dann wird der Zugverkehr wieder auf die ursprüngliche Strecke und die neue Brücke umgelegt. Doch nicht nur das.
Etwas versteckt auf dem Areal des einstigen Rangierbahnhofs entsteht in einer Baugrube ein Fußgängertunnel, der komplett fertiggestellt erst im Oktober an die Stelle des alten Tunnels bewegt wird. "Die Bodenplatte ist schon fertig, die Wände sind  hochgezogen", berichtet Martin Zickelbein, Handwerksmeister bei der Buchwald GmbH. "In der Sperrpause wird das Bauwerk im Ganzen hydraulisch angehoben und auf Gleitschienen eingeschoben", erklärt er.
Für die Öffentlichkeit ist der Tunnel – zumindest vorerst – nicht bestimmt. Aber er soll der künftigen Nutzung der dahinter liegenden Flächen unweit des KV-Terminals dienen.
Im zentralen Bauabschnitt zwischen den Straßen Klingetal und Birnbaumsmühle werden unterdessen gewaltige Erdmassen bewegt, um die Baugrube vorzubereiten – insgesamt rund 50 000 Kubikmeter. Im Zehn-Minuten-Takt fahren Bagger vor und schwer beladen wieder ab. Eine Spezialtiefbaumaschine kommt für die Pfahlgründungen zum Einsatz, mit einem weiteren Großgerät werden acht Meter lange Spundwände als absichernder Verbau in den Boden gerammt.
Was auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen ist: Das Klingefließ kreuzt hier die Bahnbrücken. Das Bauwerk, das die Klinge umschließt, wird ebenfalls erneuert – zuvor jedoch ist die Einrichtung einer provisorischen Umleitung nötig, "sonst würden wir dort ja im Wasser bauen", erklärt Julian Jürgen. Ab Anfang Juli soll die Klinge daher für die Bauzeit "neben der Spur" laufen.
Im Herbst, sobald die Hauptarbeiten erledigt sind, werde die Straße für den Verkehr wieder freigegeben, sagt Hartmut Schreiter, Projektleiter bei der DB. Die gesamte Vertragsbauzeit laufe bis Mai 2021. Ziel sei es jedoch, eher fertig zu werden.  "Ich bin hochzufrieden mit den Unternehmen auf der Baustelle", lobt er. Bislang verlaufe alles planmäßig. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 8,2 Millionen Euro. Die Investition lasse die Birnbaumsmühle in dem Bereich "eine ganze Ecke freundlicher aussehen", sagt Hartmut Schreiter. "Bislang erinnerte das ja eher an ein Tunnelgewölbe."

Einschränkungen während der Bauphase

Während der Bauarbeiten ist die Straße Birnbaumsmühle zwischen An den Seefichten bis Klingetal vollständig gesperrt. Die Umleitungen werden über die Rathenaustaße, August-Bebel-Straße, Birnbaumsmühle geführt. Aufgrund der Durchfahrtsbeschränkung in der Rathenaustraße werden Lkw über die Karl-Liebknecht-Straße und August-Bebel-Straße umgeleitet. Im Stadtverkehr kommt es auf den Buslinien 980 und N1 zu Veränderungen, mehr auf www.svf.de thg