Großbaustelle Deutsche Bahn: Für die Sanierung von mehreren Eisenbahnunterführungen im Stadtgebiet bis zum Stellwerk Oderbrücke werden bis September 2013 annähernd 50 Millionen Euro investiert. Die Stadt hat schon jetzt mehrere Straßensperrungen angekündigt.
Seit Montag der Vorwoche ist die Güldendorfer Straße dicht. Bauarbeiter bereiten den Abriss der Eisenbahnüberführung vor. 24 Monate lang, bis September 2013, ist die schnellste Verbindung zwischen Birkenallee und Carthausplatz zur Sackgasse degradiert.
Ein ähnliches Schicksal stehtdem Bahnhofstunnel als kürzestem Weg zwischen Altberesinchen und der Innenstadt bevor. Das Überführungsbauwerk, wie der Tunnel von Bahn-Experten genannt wird, ist so marode, dass er komplett abgerissen und neu gebaut wird. Zur Freude der vielen Kritiker, die den Schmuddeltunnel schon seit Jahren als Schandfleck bezeichnen.
50 Millionen Euro steckt die Deutsche Bahn in ein Bauprojekt, das sich quälend „Bundesschienenwegeausbauvorhaben Ausbaustrecke Berlin–Frankfurt/ (Oder)–Grenze Deutschland/Polen“ nennt. Die zweigleisige und fünf Kilometer lange Strecke zwischen dem Frankfurter Personenbahnhof und der Oderbrücke soll von jetzt 80 km/h auf eine Geschwindigkeit von Tempo 100 ausgebaut werden. „Das Großprojekt schließt Planungs-, Bau-, Montage- und Lieferleistungen für den Ersatzneubau der Eisenbahnüberführung Dresdner Straße ein“, informierte Gisbert Gahler vom Berliner Regionalbüro der DB Mobility Logistics AG. Im 50-Millionen-Projekt seien auch Tief- und Oberbau-Leistungen sowie die Neuverlegung von Telekommunikations-, Oberleitungs- und Starkstromanlagen über den neuen Gleisen enthalten. Hinzu kämen sogenannte Anpassungsmaßnahmen an der Gehweg- und Straßenbefestigung sowie der Straßenbahnfahrleitung durch den Bahnhofstunnel.
Der wird ab Januar 2012 zur Baustelle und für den Fahrzeugverkehr gesperrt – vom Linienbus abgesehen. Damit wenigstens die Straßenbahn zwischen Zentrum und Neuberesinchen eingleisig durch das Loch fahren kann, werden vom 29. September bis 10. Oktober vorbereitende Maßnahmen getroffen. Unter anderem werden Medien in einem neuen Kanal verlegt.
Michael Ebermann, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF), berichtete, dass vor und hinter dem Bahnhofstunnel Bauweichen eingebaut werden. Voraussetzung, damit ab Januar die Straßenbahnen der Linien 1 und 5 die Eisenbahnüberführung zweieinhalb Jahre lang auf einem Gleis – wechselseitig und der Bautechnologie angepasst – passieren können.Die Straßenbahnen der Linien 1 pendeln zwischen Neuberesinchen und der Lebuser Vorstadt, die der 5 zwischen Neuberesinchen und dem Messegelände. Das städtische Tiefbauamt, ergänzte Ebermann, bereite das Bauvorhaben mit der SVF gemeinsam vor.
Der Busverkehr wird in der Spur der Straßenbahn im Einbahnverkehr von Nord (Bahnhofstraße) nach Süd (Dresdner Platz) geführt. Der Fußgängerverkehr wird wechselseitig über jeweils eine Gehwegseite in einem beleuchteten und – wie es heißt – trümmersicheren Schutztunnel durch den Baubereich geführt. Zum Großprojekt der Bahn gehört auch der Neubau von zwei Lärmschutzwänden und sechs Stützbau- ?werken.
Insgesamt investiert die Deutsche Bahn nach Auskunft von Gisbert Gahler für die Sanierung des Strecke Berlin–Frankfurt/Grenze 570 Millionen Euro. Darin enthalten sind unter anderem der schon erfolgte Neubau der 442 Meter langen Oderbrücke mit Kosten von 20 Millionen Euro.