Eigentlich war der Tagesordnungspunkt nur als Informa- tion angekündigt, doch dann gab es im Hauptausschuss eine längere Diskussion. Auslöser war vor allem ein Brief von Hans Dieter Wachner (Bürgerbündnis) an den Oberbürgermeister. Darin äußerte Wachner seine Bedenken zu dem Schlachtspiel. Es seien persönliche Empfindungen, schickte er voraus, von denen er jedoch wisse, dass diese durchaus von einigen seiner Altersgenossen geteilt würden. Abgesehen davon, dass er ohnehin etwas gegen Kriegsspiele habe, erinnerte er daran, dass auf dem Gelände beim heutigen Kunowice auch 1945 eine Schlacht getobt habe, bei der Hunderte deutsche und russische Soldaten den Tod fanden, deren Gebeine offenbar noch nicht geborgen wurden. Er könne nicht akzeptieren, darauf ein derartiges Spektakel, zu dem ja auch Markt und Vergnügen gehören sollen, zu veranstalten.
Krzysztof Wojciechowski, Direktor des Collegium Polonicum und einer der Mitinitiatoren des Vorhabens, bemühte sich, die Ernsthaftigkeit des Anliegens darzustellen. Vor allem, so erklärte er, gehe es darum, diesen Teil der Geschichte auch für Menschen aufzuarbeiten, die damit nichts zu tun hätten. Denn jene, die jetzt auf dem polnischen Gebiet leben, seien dorthin nach dem Krieg umgesiedelt worden.
An die Schlacht erinnern will man vor allem mit einer wissenschaftlichen Tagung und vielleicht auch mit einem Ausstellungs-Pavillon und erläuternden Gedenktafeln, erklärte er. Doch weil heutzutage alles, um von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, ein Event brauche, sei man auf den Gedanken gekommen, die Schlacht nachzustellen. w