Grundsätzlich sei der Fahrer für die sichere Beförderung der Fahrgäste verantwortlich, betont Christian Kuke. "Geht von einem durch einen Fahrgast mitgeführten Gegenstand eine Gefahr für andere Fahrgäste aus, so muss er die Mitnahme verweigern. Dies kann auch durch einen nicht korrekt gesicherten Kinderwagen oder Rollstuhl der Fall sein. Ist das Fahrzeug bereits sehr voll, kann er nur an die anderen Fahrgäste appellieren, genügend Raum zu schaffen, zum Beispiel durch Zusammenrücken." Habe das keinen Erfolg, sei die Mitnahme weiterer Kinderwagen nicht möglich. "Es gibt keinen Rechtsanspruch, der es begründet, dass ein Fahrgast zugunsten eines anderen das Fahrzeug verlassen muss."
In den Solobussen, den kleineren Erdgasbussen der SVF, gibt es meist zwei Stellplätze für Kinderwagen, in den längeren Gelenkbussen meist drei. Die SVF hat beim Kauf der neuen Busse darauf geachtet, dass mehr und größere Multifunktionsflächen vorhanden sind. Maßgeblich für die Zahl der Stellplätze für Kinderwagen ist jeweils die Kennzeichnung an den Türen.
In den Straßenbahnen gibt es derzeit nur jeweils einen Platz - in den Niederflurbahnen ganz vorn, in den Tatrabahnen ganz hinten. Eine Verbesserung wird es mit dem beschlossenen Kauf der 13 neuen Niederflurbahnen geben. "Wir möchten in den Straßenbahnen gern mehr Plätze bereitstellen", versichert Christian Kuke. Bei der Entscheidung dafür, welche Straßenbahnen letztlich gekauft werden, sei auch "die ausreichende Bereitstellung von Multifunktionsflächen ein wichtiges Thema".
Geregelt ist die Mitnahme von Kinderwagen im Personenbeförderungsgesetz und im Besonderen in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) und der SVF. "Viele Situationen lassen sich jedoch durch ein verständnisvolles Miteinander problemlos regeln", sagt Christian Kuke.
Das Kundenzentrum der SVF am Platz der Republik bleibt vom 25. Mai bis 30. Mai geschlossen.