Die anderen Mitglieder des Betriebsrats hatten argumentiert, Hennig habe die Arbeit des Gremiums behindert und durch Alleingänge den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses unmöglich gemacht. Dabei ging es vor allem um sein Verhalten in der Zeit, nachdem First Solar die Schließung seiner beiden Frankfurter Fabriken angekündigt hatte.
Anwältin: Keine gesetzliche Vorgabe
Es habe sich immer wieder gezeigt, "dass da einer Front macht", begründete die Anwältin der Betriebsrats-Mehrheit den Antrag. Hennig habe sich öffentlich abwertend über die Arbeit des Betriebsrats geäußert, ohne über den Hintergrund etwa von Personalentscheidungen Bescheid zu wissen. Der Betriebsrat sehe sich deshalb nicht in der Lage, "auch nur eine Sekunde noch mit ihm zusammenzuarbeiten." Hennigs Anwältin erwiderte, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei zwar wünschenswert, aber keine Vorgabe des Betriebsverfassungsgesetzes. Zudem könne die Gegenseite ihrem Mandanten keine grobe Verletzung seiner Amtspflichten nachweisen.
Darauf komme es aber letztlich an, sagte der Richter zur Begründung seiner Entscheidung. Seinen Kompromissvorschlag, den Antrag zurückzunehmen, hatte der Betriebsrat zuvor abgelehnt. Hennig hatte schon in der Vorwoche einen juristischen Erfolg erzielt, als das Arbeitsgericht das gegen ihn verhängte Hausverbot bei First Solar als unwirksam bewertet hatte. Heute findet in einem dritten Verfahren um seine außerordentliche Kündigung der Gütetermin statt.