Auf Polnisch findet man hier nur die deutsch-polnische Zeitschrift "Pro Libris". Die polnische Literatur sei hier kaum zu finden, aber das liege daran, dass es in Slubice auch eine Stadtbibliothek gibt, sagt Dirk Wissen. Und die beiden Bibliotheken wollten einander keine Konkurrenz schaffen, sondern kooperieren. "Wir stehen die ganze Zeit miteinander in Verbindung", betont der Bibliotheksdirektor. Deshalb werden verschiedene gemeinsame Projekte organisiert. Ein Beispiel dafür ist eine seit Februar 2009 organisierte Veranstaltungsreihe. Gemeinsam mit dem Verein "My Life - Erzählte Zeitgeschichte" veranstaltet die Bibliothek Erzählnachmittage, bei denen verschiedene Menschen ihre Biographien erzählen, die später vom Verein gesammelt und veröffentlicht werden. Die herausgegebenen biographischen Alben werden im Collegium Polonicum aufbewahrt.
Zur Teilnahme an den Veranstaltungen sind alle Interessierten eingeladen, man braucht weder zu bezahlen, noch sich anzumelden. Zurzeit werden wegen der Sommerpause keine Erzählnachmittage veranstaltet, aber Mitte September geht es wieder los.
Obwohl die Bibliothek keine polnische Literatur besitzt, erfreut sie sich eines großen Interesses der Polen. Viele Polen seien hier sehr aktive Leser, so Dirk Wissen. Das seien vor allem an der deutschen Literatur interessierte Deutschlernende.
Die Deutschen lesen die fremdsprachige Literatur auch gern. In der Bibliothek stehen viele Englischsprachige und Französische Bücher zur Verfügung. Seit einiger Zeit finden hier die Leser auch viele von der US-Botschaft geschenkte Bücher. Viele von ihnen wurden mit Literaturpreisen ausgezeichnet.
Diejenigen, die etwas auf Polnisch lesen möchten, finden vieles in der Stadtbibliothek Slubice. Sie müssen aber bis September warten - im August ist diese wegen Inventur geschlossen.