Grune beschäftigt sich seit über 50 Jahren mit Pilzen. Auch diesen Sommer wird er Interessierten auf Pilzlehrwanderungen die umliegenden Wälder zeigen. Dabei vermittelt er Tipps rund ums Sammeln, Lagern und Kochen. Vor allem beantwortet er zu jedem Pilz die entscheidende Frage: genießbar oder giftig?
Helga Kuhn geht seit 30 Jahren auf die Wanderungen, doch noch immer lernt sie dazu. „Und wenn es nur ein paar neue Giftige sind“, sagt die Rentnerin. Neben Helga Kuhn haben sich am Mittwochmorgen noch zehn weitere Pilzsucher am Waldhaus Rosengarten eingefunden. Bevor es losgehen kann, erklärt Experte Grune schnell noch den richtigen Pilztransport: „Auf keinen Fall Einkaufstüten benutzen, da drin schwitzen die Pilze.“ In Plastiktüten komme es schnell zu Eiweißzersetzung, die selbst Speisepilze ungenießbar mache. Besser seien deshalb luftige Weidenkörbe.
Nach der Einweisung geht es anschließend eine Stunde lang in den Frankfurter Stadtwald. Jeder gesichtete Pilz wird zur späteren Bestimmung eingesammelt. Doch allzu viele werden es nicht. „Im Moment ist Flaute“, erklärt Grune. Erst Anfang September steige das Pilzvorkommen wieder, schätzt der 74-Jährige.
So haben die Teilnehmer von den rund 60 000 Pilzarten in Deutschland nur etwa 30 gefunden. Heiß diskutiert wurde davon nur der Grünling. Manche essen ihn, manche nicht. Dann klärt Grune auf: „Der Grünling ist seit 2001 kein Speisepilz mehr.“ Erst vor zwei Jahren habe es in Brandenburg einen Todesfall gegeben. Schon fliegt der Grünling aus den Körben.
Bis zum 11. Oktober bietet Pilzexperte Gerhard Grune jeden Montag von 10 bis 12 Uhr eine Pilzberatung in der Fürstenwalder Straße 46 an