Auch in Corona-Zeiten werden Blutspenden dringend gebraucht. Doch das Spendenaufkommen ist zurück gegangen. Vor allem, weil mancher Spender Sicherheitsbedenken hat. Doch die Blutspendezentren haben ihre Arbeit den Hygieneauflagen angepasst.
Nicole Quade kommt regelmäßig ins Haema-Blutspendenzentrum im Oderturm in Frankfurt (Oder). Auch jetzt. Sie trägt natürlich eine FFP-2 Maske. Von Haema-Mitarbeitern wird sie am Empfang begrüßt. Nach dem vorgeschriebenen Ausfüllen eines Datenblatts zum Corona-Virus und dem üblichen Blutdruck- und Fiebermessen, sowie einer Mini- Blutprobe darf sie in den Spendersaal.

Eine Form des Dankes der Mutter für Blutspenden für den Sohn

„Seit zwei Jahren mache ich das“, erklärt sie auf dem Weg dorthin.„Mein Sohn hatte einen schweren Motorradunfall und brauchte Blutspenden“, schaut sie zurück. Daraufhin hat sich die Frankfurterin entschlossen, selbst Blutspenderin zu werden. Ihrem Sohn geht es zum Glück wieder gut. Nicole Quade kommt weiter einmal in der Woche zur Plasma- oder Blutspende.
Solche Menschen wünscht sich Britta Diebel aus der Haema-Zentrale in Leipzig derzeit deutlich mehr. „Es werden dringend Blutspenden gebraucht“, erklärt sie. Von 100 Menschen spenden im Durchschnitt nur drei Blut. 15.000 Blutspenden werden in Deutschland täglich vor allem für Operationen gebraucht. Rund zwei Drittel aller Menschen sind irgendwann im Leben auf Blutspenden angewiesen.

Nicht mehr so viele Spender gleichzeitig

Was die Sicherheitsbedenken betrifft, so verweist Britta Diebel auf Hygiene-Maßnahmen in den Spenderzentren. Die sind umgestaltet worden. Die Anzahl der Spender-Liegen wurde reduziert, um die Abstandsregeln einzuhalten. „Folglich können nicht mehr so viele Menschen gleichzeitig einen Termin wahrnehmen“, erklärt Britta Diebel.

Die Spender aus Polen fehlen

In Frankfurt (Oder) fehlen aufgrund der Corona-Einschränkungen im Grenzverkehr auch die Blutspender aus Slubice. Viele Polen seien regelmäßig ins Haema-Zentrum gekommen, sagt die Leiterin des Spendenzentrums im Oderturm, Anne Landesfeind. Dabei gelte Blutspenden durchaus als systemrelevant, wie die Bundesregierung und das Helmholz-Institut festgestellt haben. Der Gang zum Spendenzentrum gelte auch als triftiger Grund, das Haus zu verlassen, wenn Ausgangsbeschränkungen gelten.
„Wir hatten seit Beginn der Pandemie nicht einen Tag geschlossen", sagt Britta Diebel. Das Corona-Virus sei durch Blutprodukte nicht übertragbar, erklärt der Medizinische Direktor der Haema Ralf Knels. „Erst Menschen, die sehr schwer erkrankt sind, haben das Corona-Virus im Blut. Die kommen dann aber auch nicht mehr spenden“, so der Arzt.

Aufruf, nach Corona-Infektion Plasma zu spenden

Er ruft all jene, die nach Corona wieder genesen sind auf, nach vier Wochen zu einer Plasmaspende zu kommen. „Dann werden bei der Haema die Antikörper bestimmt und das Plasma abgesammelt, um anderen Menschen, die schwer an Corona erkrankt sind, zu helfen“.
Blutplasma zu spenden, sei allerdings immer wichtig. „Vollblutspenden sind bei Männern nur 6-mal und bei Frauen 4-mal innerhalb von 12 Monaten möglich. Blutplasma allerdings darf man bis zu 60 Mal im Jahr spenden“, so Anne Landesfeind. Das Plasma werde für Operationen ebenso verwendet wie zur Medikamentenherstellung. Blutplasma ist synthetisch nicht herstellbar.

Die Erstspende ist eine Vollblutspende

„Jeder Neuspender wird umfangreich aufgeklärt. Die Erstspende ist immer eine Vollblutspende. Die ärztliche Untersuchung dauert etwas länger, da sich der Arzt zunächst ein umfassendes Bild vom Spender machen muss“, erklärt Anne Landesfeind. Das Blutbild der Spender wird ständig im Blick behalten.
Nach 15 Spenden gibt es für den Spender einen weiteren körperlichen Check. „Für die Aufwendungen der Spender, wie Parkkosten, zahlen wir eine Aufwandsentschädigung bis 25 Euro“, erklärt die Leiterin des Frankfurter Haema-Zentrums. „Viele kommen aber auch wegen der familiären Atmosphäre zu uns und weil es eine kleine Auszeit aus dem hektischen Alltag ist“, weiß sie.

Termine können telefonisch unter 0335 869 118 20 aber auch online unter www.haema.de vereinbart werden.