Vor zwei Jahren hat ein Konkurrent unsere Bude angezündet. Dieses Mal weiß ich es nicht", sagt Daniel Formanek, einer der beiden Betreiber vom Döner-Imbiss, der am vorherigen Mittwochmorgen ausbrannte. Er steht mit seinem Freund Norbert am Montag vor den Überresten des Imbisses, am Einrichtungshaus von Hoffmann-Möbel in der Perleberger Straße. Am Montagmittag bestätigt die Polizei: Der zweite Brand geschah tatsächlich durch Brandstiftung. "Die Ermittlungen der Kriminalisten laufen zurzeit noch", erklärt Bärbel Cotte-Weiß, Kriminalhauptkommissarin der Polizeidirektion Ost. Deswegen könne sie noch nichts genaueres zum Tathergang und über mögliche Verdächtige sagen.
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Vor zwei Jahren eröffneten der gebürtige Pole Formanek und sein Kollege ihren Döner-Imbiss am SMC. "Vorher verkaufte ich Bockwürste, war Kassierer bei Kaufland", berichtet der 33-jährige Frankfurter. Dann entschlossen sich die beiden Männer einen Zweimann-Betrieb aufzumachen, Döner-Kebab, Pommes und andere Gerichte zum Mitnehmen zu verkaufen. Nicht lange nach der Eröffnung knallte es im Oktober 2017  zum ersten Mal. "Ich bin der festen Überzeugung, dass das ein anderer Imbissbuden-Betreiber war, der unseren Laden damals angezündet hat", sagt Formanek. Innherhalb von vier Monaten kauften sie sich Baumaterial aus Polen und zogen einen neuen Imbiss hoch. Der Laden lief gut. "Wir hatten zirka 120 Kunden pro Tag", sagt Formanek – und nimmt ein verrußtes Gitter in die Hand, um es dann auf den Kleinlaster zu schmeißen. Er vermutet auch beim jetzigen Brand Neid als mögliches Tatmotiv.
Bis nach Booßen war am Mittwochmorgen der Knall zu hören, als der Imbiss in die Luft flog. Mit insgesamt 16 Kameraden rückten die Frankfurter Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Kliestow um 1.53 Uhr in die Perleberger Straße an. Zuvor waren mehrere Anwohner von der Explosion geweckt worden. Die Einsatzkräfte konnten nach einer Stunde Löscharbeiten nur noch zwei Gasflaschen aus dem Wagen bergen, Verletzte gab es glücklicherweise keine. Vor dem Einrichtungshaus von Hoffmann-Möbel blieb nur noch das stählerne Gerippe übrig, dass nun die Besitzer selbstständig wegräumen. Das Absperrband der Polizei liegt am Boden. "Unser Standort war unsicher", findet Formanek. Keine Kameras, keine gute Beleuchtung mit Straßenlaternen. "Uns reicht es hier", ist er wütend.
"Das ist wirklich schade. Ich habe dort gerne Döner gegessen", sagt eine Frankfurterin, die beim Imbiss "Chinatown" ihr Mittagessen kauft. "Uns tut es leid. Vielleicht haben sie den Toaster vergessen auszumachen", meint Azim, ein Mitarbeiter vom SMC-Döner. Selbstverschuldung kann nun ausgeschlossen werden.
Bis Anfang 2020 wollen Formanek und sein Kollege erstmal zur Ruhe kommen. "Vielleicht machen wir dann einen neuen Imbiss am Helensee auf", sagt der 33-Jährige. Auf keinen Fall wollen sie ein drittes Mal vor dem Möbelhaus einen Stand eröffnen.