Mitglieder bei Facebook hätten zahlreiche Ideen geäußert, wie man das Alte Kino retten und nutzen könnte. Ihm hätte dies nicht gereicht. Lehmann wollte wissen, wie viele Frankfurter tatsächlich bereit wären mehr zu machen, als sich nur über die vorhandenen Missstände zu beschweren. "Darum gründete ich die Facebook-Gruppe Lichtspieltheater der Jugend Frankfurt (Oder) und suchte nach Mitstreitern für das Alte Kino", beschreibt er den Ursprung der Aktion am Sonntag.
Mittlerweile hat Lehmann dabei schon über 1120 Fürsprecher für das Alte Kino gefunden, und die Zahl der Unterstützer wächst weiter. "Ich bin von dem Engagement der Leute hier begeistert. Das ist bereits die zweite Aktion, und wir hatten wahrscheinlich dreimal so viele Mitmacher wie beim ersten Mal", betont er.
Auch Jeannine Schiemann und ihre Töchter Alicia (10) und Lara (12) waren dem Aufruf auf Facebook gefolgt. Sie hatte einen guten Grund den Sonntag Nachmittag mit ihren Töchtern hier zu verbringen: "Meine Oma hat hier in diesem Kino gearbeitet. Ich helfe hier und denke dabei an sie." Denn sie habe hier ihre halbe Kindheit verbracht, während ihre Oma Karten und Popcorn verkauft und sich um die anderen Aufgaben im Kino gekümmert habe. Was nun aus dem Kino geworden sei, würde sie sehr bedauern.
Auch René Wilke, Mitglied der Fraktion der Linken im Landtag, half bei der Aktion: "Ich bin von Anfang an dabei. Und natürlich schmerzt auch mich, was aus dem Alten Kino geworden ist." Die Organisatoren des Flashmobs suchen derweil den Kontakt zum Eigentümer, um für neue Ideen und Nutzungsmöglichkeiten zu werben. "In der Gruppe auf Facebook kommen viele Ideen zusammen, was aus dem Kino werden könnte. Wir wollen diese Ideen sammeln und dem Eigentümer des Kinos vorstellen", erklärt Lehmann das weitere Vorgehen. Dann will René Wilke das Thema in einer Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung auf die Tagesordnung bringen. Bis das getan ist, wollen die Aktivisten weiter gegen die Spuren des Verfalls kämpfen. Und dabei auch zugleich für mehr bürgerliches Engagement in der Oderstadt werben. "Wir machen auf jeden Fall auch bei den nächsten Aktionen weiter mit", verspricht Jeannine Schiemann.