Es geht um 40.000 Euro und um 42 Projekte, die Einwohnern aus Frankfurt (Oder) am Herzen liegen: Noch bis zum 28. Februar können alle Frankfurter ab 14 Jahre ihre Favoriten fürs Bürgerbudget 2021 küren – allerdings nur online. Die Beteiligung an der ersten Online-Abstimmung zur Verwendung städtischer Haushaltsmittel läuft bislang schleppend.

Bislang haben erst 1250 Frankfurter abgestimmt

In den vergangenen drei Wochen seit dem Beginn des Votings am 1. Februar haben erst 1250 Frankfurter ihre Stimmen abgegeben. Für Anja Greschke, die Verantwortliche für Bürgerbeteiligung der Stadtverwaltung, eine „enttäuschende“ Bilanz. Zur Premiere des Bürgerbudgets seien im November 2019 „in einer Woche mit totalem Schietwetter“ mehr Leute zu den 11 Abstimm-Stationen gekommen, erinnert sie sich. 1559 Frankfurter haben damals abgestimmt.
Die Möglichkeit, online zu Hause zu voten, würde vor allem jüngere Frankfurter, wie Eltern kleiner Kinder ansprechen, hatte mancher erwartet. Immerhin geht es bei 14 der insgesamt 42 Vorschläge um Projekte, die vor allem Kindern zugute kämen.
Doch bislang zeichne sich dasselbe Bild ab wie bei der Bürgerbudget-Premiere: Das Gros der Abstimmenden käme aus der Altersgruppe der 40- bis 70-Jährigen, weiß Anja Greschke. Sie hat als einzige Einblick in den Abstimm-Verlauf auf der Bürgerplattform. Ein Hinweis, welche Projekte vorn liegen? Fehlanzeige, sie verrät nichts.

In den Ortsteilen wird die Trommel am kräftigsten gerührt

Doch eins ist sicher: In Frankfurts Ortsteilen wird auch diesmal am kräftigsten die Trommel für die eigenen Vorhaben gerührt. In Rosengarten etwa haben der Förderverein, Ortsbeirat und Ortsverein mit Flyern und in persönlichen Gesprächen mit den Bürgern um Stimmen geworben, wie Ortsvorsteher Hardy Lodtka sagt. Auch auf der Internetseite des Ortsbeirates wird um Stimmen für das Trampolin geworben, das mit 5.000 Euro aus dem Bürgerbudget den Spielplatz im Ort noch attraktiver machen soll.
Mitglieder des Booßener Ortsbeirates haben mit Flyern an alle Haushalte um Stimmen für den Unterstand auf der Festwiese gebeten. Und auch Hohenwaldes Ortsvorsteher Andreas Junk hat am Freitag Flyer im Dorf verteilt.

Online-Abstimm-Hilfe für Senioren

Auf ihnen bietet er speziell älteren Hohenwaldern ohne Internetzugang auch an, sie bei der Abstimmung fürs Hohenwalder Projekt, die Beleuchtung der Gasse, die Schüler zur Bushaltestelle und Kinder zum Spielplatz nutzen, zu unterstützen. Er will zu Einzelterminen im Raum der Feuerwehr die Daten der Senioren für die Abstimmung eingeben.
Denn jeder muss in ein Online-Formular neben seinem Namen, der Adresse und dem Geburtsdatum auch die Personalausweisnummer eintippen. Das ist die Basis für den Abgleich mit dem Melderegister. Denn nur Frankfurter dürfen abstimmen.

City-Treff -Angebot wird gut angenommen

Abstimm-Hilfe für Frankfurter Senioren bietet auch der city-Treff bez granic an der Slubicer Straße 8. Das Angebot werde dank der Unterstützung des Stadtseniorenbeirates „recht gut angenommen“, sagt Treff-Mitarbeiterin Adrianna-Rosa Zarzycka. Unter Telefon 015143143576 kann man bei ihr für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, jeweils am Vormittag, Abstimm-Termine vereinbaren.
Anja Greschke weiß, dass auch in Frankfurter Vereinen, wie bei den Red Cocks, um Stimmen für Projekte, wie den Familiy-Day auf dem Messegelände oder einen Tauzieh-Wettbewerb geworben wird. Sie wird das Abstimmungsergebnis Anfang März bekannt geben. Pro Projekt werden höchstens 10.000 Euro vergeben.

Anja Greschke ist unter Tel. 0335 552 9964 bzw. per E-Mail an buergerbudget@frankfurt-oder.de zu erreichen. Informationen zum Bürgerbudget gibt es auf der Bürgerplattform von www.frankfurt-oder.de