In einem Gespräch mit der MOZ am Mittwoch äußerte das Słubicer Stadtoberhaupt teilweise Verständnis für den Schritt seines Frankfurter Amtskollegen: "Auf der einen Seite verstehe ich das, andererseits weiß ich nicht, ob es nötig war. Es gab wohl einen gewissen öffentlichen Druck und bevor es jemand anders tut, wollte sich René Wilke lieber selbst anzeigen, hat er mir erklärt", sagte Olejniczak.
Sicherlich hätte man sich als Bürgermeister nicht in dieser Art und Weise begrüßen und damit ein Beispiel geben sollen, so Olejniczak weiter. "Das war ein Impuls. Durch die vielen Menschen um uns herum haben wir das alles kurz vergessen. Wir hatten uns lange nicht persönlich getroffen und nach drei Monaten Isolation war dieses Wiedersehen einfach ein erhebender Moment, in dem wir unseren Emotionen erlegen sind", so der Bürgermeister.
Die Qualität der gegenseitigen Kontakte sei eben sehr gut, die Zusammenarbeit zwischen beiden Städten sei sogar seit 30 Jahren gut. In der nicht geplanten Umarmung sehe er "kein Verbrechen", so Mariusz Olejniczak. "Es war ein Fehler, ein kleiner Fehler, zu dem auch ich mich bekenne. Der entsprang einfach unserer menschlichen Natur."
Die Chronik einer folgenschweren Umarmung: