Der ungebremste Anstieg der Corona-Fallzahlen in Frankfurt (Oder) hält an. Am Sonnabend (06.11.) registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) weitere 35 Neuinfektionen. Der Inzidenzwert stieg von 212,2 auf 263,1. Das entspricht 150 neu gemeldeten Fällen in den vergangenen sieben Tagen.

Der bisherige Höchstwert ist nicht mehr weit entfernt

Im Oktober hatte es in Frankfurt noch vergleichsweise wenige Infektionen gegeben, die Inzidenz schwankte zwischen 38,6 und 63,1. Doch seit etwa einer Woche gehen die Fallzahlen steil nach oben. Die Infektionen verteilen sich nach Angaben der Verwaltung auf Haushalte im gesamten Stadtgebiet. Auch viele Kinder sind betroffen, drei Schulklassen befinden sich in Quarantäne. Der Ausgangspunkt einer Infektion lässt sich für das Gesundheitsamt dabei häufig nicht mehr nachvollziehen.
Vor genau einem Jahr (06.11.2020) hatte die Stadt eine Sieben-Tages-Inzidenz von 72,7. Der bisherige Höchstwert von 292,6 datiert vom 24. Dezember 2020 – weit davon entfernt liegt die kreisfreie Stadt nicht mehr.
Anders als damals sind jedoch inzwischen viele Menschen geimpft und damit größtenteils vor schweren Krankheitsverläufen im Falle einer Ansteckung geschützt. Wie hoch die Impfquote genau ist, liegt allerdings im Dunkeln. „Solche Zahlen stehen aktuell nicht zur Verfügung“, teilt die Stadtverwaltung mit.
Eine Näherungsrechnung des Gesundheitsministeriums des Landes Brandenburg von Anfang September kam für Frankfurt auf eine Quote von vollständig Geimpften von 60,3 Prozent. Zwei Monate später dürften es einige wenige Prozentpunkte mehr sein. Doch entsprechende Daten dazu liegen nicht vor.

Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100

Strengere Maßnahmen für die Bevölkerung ergeben sich aus dem aktuellen Infektionsgeschehen nicht. Einzige Ausnahme: Wer nicht geimpft oder genesen ist, in einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung, einem Pflegeheim oder vergleichbaren Wohnformen des Gesundheits- und Sozialwesens – Krankenhäuser ausgenommen – arbeitet, muss sich nun an jedem Arbeitstag testen lassen. Die Regelung gilt für Landkreise und kreisfreie Städte, in denen die Sieben-Tages-Inzidenz an drei Tagen ununterbrochen über 100 liegt. Am Donnerstag hatte OB René Wilke die Überschreitung des Grenzwertes bekanntgemacht, Freitag (05.11.) trat die strengere Testpflicht in Kraft.

Stadtverwaltung kündigt konsequenteres Vorgehen an

Der Oberbürgermeister hatte sich zuletzt angesichts des steilen Anstiegs der Fallzahlen und der Quarantänefälle alarmiert gezeigt und ein Umdenken gefordert. Er rief dazu auf, sich impfen zu lassen und auch Auffrischungsimpfungen zu nutzen, Kontakte zu reduzieren, Abstand zu halten sowie Maske zu tragen, wo es nötig ist.
Zugleich kündigte er an, dass die Stadtverwaltung wieder konsequenter gegen Verstöße gegen das geltende Regelwerk vorgehen werde. Zuletzt war es überwiegend bei Ermahnungen geblieben, wenn beispielsweise bei Veranstaltungen Impf- oder Testnachweise nur lückenhaft kontrolliert wurden.
Auch das Klinikum Frankfurt (Oder) registriert wieder mehr Corona-Patienten, am Freitag waren es sechs auf der Normalstation. Ab Montag (08.11.) muss im Haus wieder generell eine FFP2-Maske getragen werden.