Die Corona-Lage in Frankfurt (Oder) hat sich weiter beruhigt. Sowohl am Montag als auch am Dienstag wurden keine weiteren Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank auf einen Wert von 19,0, was elf neuen Corona-Fällen in den vergangenen sieben Tagen entspricht.

Unter den zehn Städten mit dem niedrigsten Fallaufkommen

Damit gehörte Frankfurt (Oder) laut Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstag, 9. März, zu den zehn Landkreisen bzw. kreisfreien Städten in Deutschland mit dem niedrigsten Inzidenzwert überhaupt. Am unteren Ende der Skala steht derzeit der Landkreis Wittmund an der Nordsee mit einer Inzidenz von 8,8.
Allerdings kann sich der Inzidenzwert bei einem einzelnen Ausbruchsgeschehen auch jederzeit schnell wieder deutlich erhöhen. Angesichts der geringen Einwohnerzahl von Frankfurt (Oder) hatte Oberbürgermeister René Wilke daher am Montag bei einer Video-Pressekonferenz einen gemeinsamen Inzidenzwert mit den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland ins Gespräch gebracht. Denn künftig könnten Einschränkungen und Lockerungen stärker von regionalen Entwicklungen der Sieben-Tage-Inzidenz abhängen.
Zugleich hatte der Oberbürgermeister trotz der vergleichsweise positiven Entwicklung in der Stadt vor Nachlässigkeit gewarnt. „Die Lage hat immer noch eine gewisse Fragilität. Wir müssen jederzeit mit neuen Ausbruchsgeschehen rechnen“, so Wilke.

33 Fälle in Frankfurt (Oder) sind noch aktiv

Seit Beginn der Pandemie vor etwa genau einem Jahr wurden in Frankfurt (Oder) 1515 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. 1393 gelten als genesen, 89 Menschen verstarben an oder mit Corona. 33 Fälle sind noch aktiv.
Am Klinikum Frankfurt (Oder) befanden sich am Dienstagmorgen 14 Corona-Patienten in Behandlung. Davon fünf auf der Intensivstation. 84 Patienten verstarben bisher in Markendorf im Zusammenhang mit Covid-19. Weitere 349 Corona-Patienten sind wieder genesen und entlassen.

Alten- und Pflegeheime sind weitgehend durchgeimpft

Während viele Frankfurter weiterhin von langen Wartezeiten berichten, um über die Hotline der KVBB einen Impftermin zu bekommen, hat sich der Impfstand in der Stadt weiter erhöht. „Unsere Pflege- und Altenheime sind im wesentlichen durchgeimpft. Wir haben auch in den ambulanten Einrichtungen einen hohen Impfgrad erreicht“, informierte der OB. Besonders gefährdete Personengruppen „haben wir sehr schnell schützen können“, so Wilke. Das drücke sich auch in den rückläufigen Fall- und Todesfallmeldungen aus.
Genaue Zahlen zum Impfgrad liegen nicht vor. Allerdings gab es laut Stadtverwaltung inzwischen mehr als 1.000 Impfungen in der stationären und ambulanten Seniorenpflege in Frankfurt. Hinzu kommen mehrere Tausend Impfungen im Impfzentrum in den Messehallen und rund 1.400 Impfungen im Klinikum.
In den Städten Bad Belzig, Senftenberg, Pritzwalk und Wittenberge wird seit vergangener Woche auch in Arztpraxen geimpft, weitere sollten folgen. In Frankfurt (Oder) jedoch ist zunächst keine solche Modellpraxis geplant, da es in der Stadt bereits ein Impfzentrum gebe. Das teilte Christian Wehry, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) jetzt mit. „Wir wollen mit den Modellpraxen die Impfungen dezentral ins Land bringen“, begründete Wehry.
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