Am Donnerstag hat es für alle impfwilligen Mitarbeiter der Geriatrischen Klinik des Lutherstift Krankenhauses Frankfurt (Oder) den zweiten Pieks gegeben: Etwa 80 Prozent der Belegschaft habe sich gegen das Corona-Virus impfen lassen, sagt Chefärztin Beata Niewiadomska, ein wenig stolz.

Probleme, die Dienste abzusichern

Sie selbst und zwei Arzt-Kollegen haben die Impfungen vorgenommen. Damit sollten sich Situationen, wie es sie ab Mitte Dezember gab, nicht wiederholen, hofft Oberarzt Sergei Nabitowski. Damals waren zwei der zehn Klinikärzte und „relativ viele Mitarbeiter aus dem Pflegebereich“ entweder selbst an Corona erkrankt oder mussten als Kontaktperson in Quarantäne. Es sei schwierig gewesen, die Dienste abzusichern, erinnert sich der Oberarzt.

Alle Patienten hier gehören zur höchsten Risikogruppe

Insgesamt sei die Klinik mit ihren über 70-jährigen und in der Regel mehrfach erkrankten Patienten, die allesamt zur höchsten Risikogruppe gehören, bislang recht gut durch die Pandemie gekommen, resümiert die Chefärztin. Sie führt das vor allem auf ein striktes Hygiene-Management zurück.

Separate Aufnahme-Station eingerichtet

Zum Beginn des ersten Lockdown im März vorigen Jahres wurde eine Aufnahme-Station eingerichtet: Von Station A, einer der beiden großen Stationen der Klinik, wurde ein Bereich abgetrennt, ein separater Zugang geschaffen. Aus anfangs elf Betten auf dieser Station sind inzwischen 16 in Einzelzimmern geworden.
Nach der Ankunft in der Klinik wird jeder Patient einem Corona-Test unterzogen. Seit Oktober wird erst ein Schnell-, dann noch ein PCR-Test gemacht. Sobald ein negatives Ergebnis vorliegt, kommt der Patient auf die Normalstation.
Doch was, wenn das Ergebnis positiv ist? „Anfangs gab es mit dem Gesundheitsamt die Übereinkunft, dass unsere Klinik keine Corona-Patienten aufnehmen muss“, erinnert Beata Niewiadomska. Die Patienten kamen entweder ins Seelower Krankenhaus, das bis zum Jahresende zum Lutherstift-Verbund gehörte. Oder ins Klinikum Frankfurt (Oder).

Seit dem Herbst werden Corona-Kranke aufgenommen

Doch die Regelung habe sich nicht lange durchhalten lassen. Als im Herbst die Zahl der an Corona Erkrankten in die Höhe schoss und die anderen Krankenhäuser in der Region an ihre Grenzen kamen, musste auch die Geriatrische Klinik Corona-Patienten aufnehmen.
Für sie wurde auf der Aufnahmestation ein zusätzlicher, komplett isolierter Bereich mit Schleuse eingerichtet, in dem ein relativ fester Stamm von Pflegekräften Dienst tut, wie Oberarzt Nabitowski erklärt. Alle Klinik-Mitarbeiter werden seit dem Frühjahr mindestens einmal wöchentlich auf Corona getestet.

Kooperation der Krankenhäuser

Beata Niewiadomska betont die „gute Kooperation“ mit allen Krankenhäusern der Region. Denn ihre Klinik verfügt nicht über eine Intensivstation. Das heißt: Verschlechtert sich die Lage eines Corona-Patienten im Lutherstift-Krankenhaus, wird dieser ins Klinikum nach Markendorf oder ein anderes Krankenhaus verlegt. – Es sei denn, er hat verfügt, dass er nicht intensivmedizinisch behandelt werden möchte. Auch das gab es.

Bislang kein Corona-Todesfall

Es sei angesichts dessen „fast erstaunlich, dass wir noch keinen Corona-bedingten Todesfall hatten“, sagt die Chefärztin. Sie und ihre Kollegen würden „mitunter staunen, dass und wie ältere Corona-Patienten die Krankheit überstehen und sich, wenn auch langsam, wieder davon erholen“, so Beata Niewiadomska.
Sie weiß, dass ihre Patienten vor allem unter einem leiden – dem generellen Besuchsverbot. Es gilt seit Oktober. Ausnahmen werden nur gemacht, wenn ein Patient im Sterben liegt. Vor allem in der Weihnachtzeit sei das für alle, Patienten und Personal, eine „sehr schwere Situation“ gewesen, erinnert sich Sergei Nabitowski.

An die Maskenpflicht gewöhnt

An die generelle Maskenpflicht im Dienst und an andere Hygieneregeln hätten sich die meisten Mitarbeiter inzwischen gewöhnt, so der Oberarzt. Dass die Geriatrische Klinik vorm Lockdown im März erstmals Qualitäts-zertifiziert wurde – Hygiene spielte dafür eine maßgebliche Rolle – könnte eine Ursache sein.
Eines fehle indes sehr, sagen die Vertreter des Lutherstift-Krankenhauses und meinen die Tagesklinik mit ihren 16 Plätzen. Sie ist, bis auf sechs Wochen ab Oktober, seit dem ersten Lockdown geschlossen. Damit fehle eine Brücke zwischen der Klinik und Patienten zu Hause. „Das merken vor allem die Hausärzte“, sagt Sergei Nabitowski.
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