Buchhändler hoffen auf kurze Schließzeit

"In den letzten Tagen habe ich sogar zweimal täglich ausgeliefert", berichtet Micklich. Das Besondere: "Ich treffe unsere Stammkunden auch mal in ihrem Zuhause und nicht nur in der Buchhandlung", freut er sich.
Für den Umsatz des Buchhändlers ist die Verfügung, seinen Laden zu Eindämmung der Pandemie nicht mehr öffnen zu dürfen, natürlich trotzdem ein schwerer Schlag. Immerhin beschäftigt er zwölf Mitarbeiter. Überstunden ab- oder Minusstunden aufbauen, einige haben Urlaub – das seien die aktuellen Maßnahmen. Er hofft darauf, dass die Schließzeit nicht allzu lange anhält. Zur Mittagszeit, in der eigentlich der Hauptumsatz gemacht wird, im leeren und dunklen Laden zu stehen, das sei schon schwer, gesteht er. Trotz allem verliert er nicht den Optimismus. "In den letzten Tagen gab es einen großen Zuspruch", hat er festgestellt. Über www.huttens.de werden Bücher bestellt und direkt nach Hause geliefert. Es geht aber auch mit einem Anruf oder mit einer E-Mail. Dann kann man die Bücher abholen oder sie sich liefern lassen.
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"Auch für Problemfälle gibt es eine Lösung", sagt Jan Micklich und lacht. Einige Kunden hätten weder Titel noch Autor im Kopf und kommen mit dem Hinweis, ein Buch zu suchen, das gelb sei. In solch einem Fall kann er seine Mitarbeiter aus den jeweiligen Abteilungen trotz Abwesenheit fragen. "Wir finden das dann", ist er sich sicher. Neben Kinder- und Beschäftigungsbüchern sind bei Huttens das neue Buch von Matthias Platzeck "Wir brauchen eine neue Ostpolitik" sowie "Stern 111" von Lutz Seiler die Bestseller.
Das steht auch bei Michael Möckel in der Lukas-Buchhandlung ganz oben auf der Wunschliste. Da man derzeit nicht Reisen kann, empfiehlt er zusätzlich "Allein unter Briten" von Tuvia Tenenbom.  "Für viele Stammkunden liefern wir aus oder sie kommen die Bücher abholen", erklärt er. Über die Internetseite  www.lukasbuch.de erreicht man einfach den Onlineshop. Auch bei ihm kann man anrufen oder einfach eine E-Mail schreiben.

Leser unterstützen Buchhändler in der Corona-Krise

Erika Katschmarek freut sich, dass ihre Stammbuchhandlung weiterhin Bücher bereithält. "Als Rentnerin habe ich viel Zeit zum Lesen", sagt sie. Zumal man jetzt weniger rausgehen soll. Michael Möckel hängt den Beutel mit ihrem Wunschbuch "Das Geheimnis der Zuckerbäckerin" draußen an die Tür, von wo es Erika Katschmarek mit nimmt.
Auch Leserin Kerstin Welke hofft, dass viele Frankfurter ihre Bücher weiter bei den lokalen Händlern kaufen. "Sonst haben wir wieder leere Läden in der Stadt, wenn die Krise vorbei ist". Am letzten Öffnungstag der Hutten-Buchhandlung hat sie sich noch schnell das Buch "Gott wohnt im Wedding" von Regina Scheer gekauft. "Wahrscheinlich werde ich das nächste Buch per E-Mail bestellen", sagt sie. Wichtig sei aber, dies überhaupt bei den beiden Frankfurter Buchhändlern zu tun.
Kontakt:
Lukas-Buchhandlung, Telefon: 0335 5004545, E-Mail: lukasbuch-ffo@t-online.de
Buchhandlung "Ulrich-von-Hutten": Telefon: 0335 387170, E-Mail: info@huttens.de