Wer eine Pumperbude erwartet, ist hier fehl am Platz. "Wir haben viele Kunden, die Sport aus gesundheitlichen Gründen machen, und um die habe ich mir Sorgen gemacht", so die engagierte Betreiberin. Trainingspläne wurden auch während der Schließzeit geschrieben, außerdem wurde die Zeit für einen Umbau im Studio genutzt.
Nun will Emily Daun keine Stunde zögern,  zu öffnen. Am Donnerstag, 8 Uhr gehen die Türen auf. "Unsere Mitglieder wollen wirklich kommen", sagt sie. Vielen konnte durch den Sport geholfen werden. So zum Beispiel bei Reha-Kursen. "Diese Vorteile des Sports wurden von der Politik total vergessen", findet Emely Daun. Zwar müssten nun einige Geräte abgesperrt werden, aber das sei nicht das große Problem. "Wir richten unsere Trainingspläne danach aus und die abgesperrten Geräte wechseln sich dann täglich ab". Auch der Kursraum ist mit 150 Quadratmetern riesig. Hier wäre es kein Problem, die Abstände einzuhalten.
Schwierig für die Betreiber ist allerdings, dass es bis dato gar keine Verordnung des Landes Brandenburg gibt. "Wir wissen nicht so recht, nach was wir uns richten sollen", kritisiert sie das Land.
Genau das moniert auch Sina Drescher vom Frauenfitnessstudio Femaktiv in der Gartenstraße. "Wir haben jetzt unter anderem in den Verordnungen von Mecklenburg- Vorpommern nachgeschaut und hoffen, dass es auch für Frankfurt zutrifft. Wir wollen natürlich alles richtig machen, damit wir nicht wieder schließen müssen". Erst im Herbst war die Fitnessexpertin mit ihrem neuen Konzept in die Gartenstraße gezogen. "Wir haben uns bis zum März toll entwickelt", sagt sie, bevor es zum Stillstand gekommen ist. "Durch die Solidarität unserer Mitglieder, ist es uns überhaupt nur gelungen, die Zeit zu überstehen", bedankt sie sich. Aus dem bisherigen Fitnessraum wurden nun Geräte herausgebracht und in den Kursraum gestellt. "Kurse gibt es die nächste Zeit nicht mehr", so Sina Drescher. Auch das bisherige Zirkeltraining hat sie umgestellt. Eigentlich wechselt man nach jeweils einer Übungseinheit das Gerät. Das geht nun nicht mehr. Jetzt hat sie einen Bereich mit drei sportlichen Herausforderungen für jede Sportlerin kreiert. "Diesen Bereich muss man nur alle neun Minuten wechseln", erklärt sie. Vor jedem Wechsel werden die Geräte desinfiziert.

Anmelden über Onlinekalender

Ein Riesenaufwand, aber nötig, um weiterzumachen. Sina Drescher allerdings will erst am 2. Juni durchstarten. "Ich will noch warten, ob es nicht doch noch eine Verordnung vom Land gibt", erklärt sie. Anmelden muss man sich über einen Onlinekalender oder telefonisch. Sowohl bei Femaktiv als auch beim Schlaubetraining läuft mittlerweile alles kontaktlos. Mit der Karte checkt man sich ein und auch die Trainingspläne sind darauf gespeichert. Die Fitnessgeräte stellen sich nach Kontakt mit der Karte automatisch ein. Darüber lässt sich auch kontrollieren, wie viele Menschen sich derzeit im Studio aufhalten.
Nur noch die Hälfte der Fitness-Begeisterten kann Sina Drescher pro Tag betreuen, aber das sei eben besser als gar nichts. Und das findet auch Emily Daun. "Die Mitglieder sind heiß", sagt sie.