Die Werkstattreparatur war auch vorher bereits möglich und viele Fahrradfahrer nutzten das Angebot. "Wir haben jedes Jahr im Frühjahr viel zu tun und so ist es auch in diesem Jahr", erklärt etwa Volker Schondau aus der Winsestraße.
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Ebenfalls ein volles Auftragsbuch hat David Rentsch in der Tunnelstraße. "Am Anfang, als die Corona-Verordnung in Kraft trat, waren viele Menschen verunsichert", so der Fahrradexperte. "An einem Tag haben mehr als 100 Leute angerufen. Alle hatten dieselbe Frage: ob das Geschäft noch offen hat", sagt er. Natürlich konnten nicht alle Anrufe beantwortet werden. "Auf der Internetseite haben wir die Information über den eingeschränkten Betrieb dann veröffentlicht". Lediglich um eine Stunde verkürzt sind derzeit die Öffnungszeiten.
Zur Abgabe des Reparaturauftrages müssen die Kunden einzeln eintreten. Besonders nach Ostern habe es nochmal eine große Dynamik gegeben, hat Rentsch festgestellt. "Wahrscheinlich verschieben sich die Fahrrad-Checks etwas nach hinten", glaubt er. Doch diese sportliche Tätigkeit ist das einzige neben Spaziergängen, das vielen Menschen als Erholung an der frischen Luft derzeit bleibt.
"Wenn es nächste Woche die Möglichkeit gibt, werden wir die geforderten Hygienemaßnahmen umsetzen und natürlich sofort wieder öffnen", sagt Ingo Richter von Fahrrad Richter in der Karl-Liebknecht-Straße. Die vergangenen Wochen hätten sich auf die Umsätze ausgewirkt, "schließlich ist das die umsatzstärkste Zeit des Jahres im Fahrradhandel." Auch David Rentsch freut sich über den regulären Verkauf ab Mittwoch. Die Öffnungszeiten sollen allerdings vorerst noch verkürzt bis 17 Uhr bleiben.
Auch in der Freizeit müsse er selbst sich noch an die derzeitigen Einschränkungen gewöhnen, sagt er. So kann der passionierte Radsportler eben nicht mehr in größerer Gruppe mit dem Rennrad rund um Müllrose unterwegs sein. Das bleibt bis mindestens zum 3. Mai so, da die Kontaktbeschränkungen vorerst aufrecht erhalten werden. Bleibt nur das alleine Radeln.

Eigene Werkstatträume

In der Werkstatt von Rentsch hat man sich auf die neue Situation eingestellt. Mechaniker Peter Schuster hat eigene Werkstatträume bekommen. "Bei Anfragen zu neuen Rädern hat sich nichts geändert gegenüber dem Vorjahr", so David Rentsch. E-Bikes mit Unterstützung bis zu 25 Kilometern pro Stunde sind weiter gefragt, allerdings könnte es zu Lieferverzögerungen seitens der Hersteller kommen. Schließlich haben auch viele Fahrradproduzenten Schwierigkeiten, Lieferketten und Produktion aufrecht zu erhalten.
Kein Problem gibt es mit Ersatzteilen. "Hier bekommen wir weiterhin alles, was wir brauchen." Platte Reifen seien der häufigste Defekt, so Peter Schuster. E-Bikes, auch Pedelecs genannt, sollten regelmäßig zur Durchsicht, etwa, um die Leistungsfähigkeit des Akkus sicherzustellen. Mit ihrem neuen Pedelec will Sandy Bogula auch mal den 20 Kilometer langen Arbeitsweg fahren. Radfahren ist ein bisschen Normalität in diesen Zeiten, findet die junge Familie.
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