Ein erster Test von Kontaktpersonen der Berliner Ärztin des Klinikums Frankfurt (Oder) hat ergeben, dass vermutlich eine weitere Person infiziert ist.
Am Montag wurden bei 61 Patienten und Mitarbeitern, die mit einer infizierten Ärztin am Frankfurter Klinikum Kontakt hatten, Abstriche zu Testzwecken durchgeführt. Eine davon wurde positiv getestet. Dieser Test wird nun ein weiteres Mal durch das Referenzlabor geprüft. „Die betroffene Person wird bis auf Weiteres nicht im Klinikum eingesetzt. Die weiteren notwendigen Maßnahmen werden durch den zuständigen Amtsarzt festgelegt“, teilten die Stadtverwaltung und das Klinikum am Abend in einer gemeinsam abgestimmten Presseerklärung mit.
Sieben der 61 Testergebnisse waren unklar und müssen wiederholt werden, 53 Personen wurden negativ getestet. Alle Tests werden im Abstand von drei Tagen wiederholt.
Alle notwendigen Schutzmaßnahmen werden ergriffen, so Pressesprecher Uwe Meier, um den Klinikbetrieb uneingeschränkt fortsetzen zu können, „in enger Abstimmung mit der obersten Gesundheitsbehörde, der Stadt Frankfurt (Oder) und dem zuständigen Gesundheitsamt“.
Im Land Brandenburg herrscht nach Aussage von Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft mit aktuell sechs Infizierten noch eine überschaubare Situation. In einer Sondersitzung des Innenausschusses am Montagvormittag erklärte er, dass es weiterhin den regionalen Behörden obliegt, verschärfende Maßnahmen wie Schulschließungen zu ergreifen. Brandenburg habe sich bewusst für ein dezentrales System der Gesundheitsämter entschieden um auf unterschiedliche Situationen im Norden oder Süden angemessen und schnell reagieren zu können.
Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) erklärte, dass polizeiliche oder katastrophenschutzrechtliche Maßnahmen noch nicht ergriffen werden müssen. Die Polizei verfüge über eine ausreichende Zahl an Schutzausrüstungen, einschließlich Reserven. Ein Polizist ist aktuell über seine Frau infiziert und in häuslicher Quarantäne.
In Deutschland sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus zwei Menschen gestorben. Das haben der Kreis Heinsberg und die Stadt Essen am Montag mitgeteilt. In Essen starb eine 89-jährige Frau, bei der das Virus am vergangenen Dienstag festgestellt worden sei.
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