Warum wird jemand Bestattungsunternehmer? "Aus einem großen Wunsch heraus", erklärt David Rost, seit fast zwei Jahrzehnten im Frankfurter Bestattungshaus "Rost & Rost", seit 2013 dessen Inhaber. Er habe früher viele Erfahrungen mit Bestattungsunternehmen gemacht, wollte es anders – schöner – machen, dem Verstorbenen gerecht werden, mit Akribie arbeiten, 24 Stunden am Tag für die Angehörigen bereitstehen. "Ich erreiche Familien in einem ganz besonders intimen Moment ihres Lebens. Das sehe ich als Privileg", sagt der 42-Jährige. Und deshalb komme er normalerweise mit einer ganz tiefen Zufriedenheit nach Feierabend nach Hause.
Sein Anspruch ist, schöne Trauerfeiern zu veranstalten, während derer auf das Leben der Verstorbenen zurückgeblickt wird. Aktuell bereitet ihm allerdings Kopfzerbrechen, dass weltweit Menschen am Coronavirus sterben und die Angehörigen infolgedessen beim Abschiednehmen eher Wut empfinden als Dankbarkeit für das gelebte Leben der Person. Auch wenn es in Frankfurt bislang keine Corona-Verstorbenen gab, hat David Rost "Respekt vor dem, was uns erwartet".
Als die Situation im März auch in Deutschland kritischer wurde, musste er mit seinen Mitarbeitern Abläufe besprechen, Lagerbestände auffüllen. "Auch wir waren betroffen vom Engpass bei der Schutzbekleidung und den Hygieneartikeln", erzählt der Bestattungsunternehmer. Bestellt werden musste zu hohen Preisen. Die Bestände seien mittlerweile gefüllt, sodass das Bestattungshaus Rost & Rost den Anforderung in einer möglichen Krisensituation in der Region standhalten könne.
Sieben festangestellte sowie einige in Teilzeit angestellte Mitarbeiter für den Bereitschaftsdienst gehören zum Unternehmen. Zwei der festangestellten Kollegen arbeiten im wöchentlichen Wechsel zu Hause, um im Erkrankungs- und Qurantänefall im Unternehmen einer Betriebsschließung vorzubeugen und weiterhin für die Kunden und Angehörigen da sein zu können.
Natürlich komme es auch auf dem Friedhof im Rahmen der Beisetzungen zu großen Einschränkungen für die Familie: Es gibt eine sehr begrenzte Anzahl an Trauergästen, die auf der Beisetzung anwesend sein dürfen, Abstände sind einzuhalten, Unterschriftenlisten zur Anwesenheit liegen aus. "Viele Familien sind verunsichert, aber dennoch sehr diszipliniert und auch verständnisvoll", berichtet David Rost. "Ich weiß nicht, was die Situation im innersten mit den Menschen macht. Das ist jetzt noch nicht abzusehen." Er uns seine Kollegen fügen sich den Dingen und versuchen, alles möglich zu machen. "Im Dienst für den Menschen und am Menschen", so David Rost.
Auch sein Privatleben, mit zwei schulpflichtigen Kindern in der Familie, ist vor Herausforderungen gestellt. "Wir machen das Beste aus all den notwendigen Einschränkungen und bleiben optimistisch."
Neben gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen erschüttert die Corona-Krise auch die Wirtschaft. Zwischen Existenzangst und Innovation bemühen sich auch Frankfurter Unternehmen um die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Aufrechterhaltung ihres Betriebes. In einer Kooperation des Märkischen Medienhauses mit der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg stellen wir Ihnen Firmen vor und zeigen auf, wie diese mit den Herausforderungen der Pandemie umgehen.