Im zur Covid-19-Klinik umfunktionierten Kreiskrankenhaus hat sich die Lage aktuell ein wenig beruhigt. Das sagte Geschäftsführer Łukasz Kaczmarek am Montag in einem Telefongespräch. Die ersten Corona-Patienten seien gesundet und entlassen. Seit zwei Wochen werden in seinem Haus ausschließlich Covid-19-Erkrankte behandelt, alle anderen Patienten mussten Ende Oktober kurzfristig verlegt werden, so lautete die Anordnung des Wojewoden. Doch für diese Aufgabe war die Einrichtung kaum vorbereitet, der Bedarf an Ausstattung ist bei Covid-19-Patienten nicht derselbe wie im normalen Klinik-Betrieb. Es fehlte an allem, von Desinfektionsmittel über Unterwäsche bis hin zu Müllbeuteln. Łukasz Kaczmarek und Słubices Landrat Leszej Bajon riefen öffentlich dazu auf, dem Krankenhaus zu helfen (der Stadtbote berichtete). Die Resonanz war groß.

Viele Reaktionen auf Hilferuf

„Es haben sich viele Menschen bei uns gemeldet und gespendet, auch viele Frankfurter. Einzelpersonen, Organisationen, Parteien und Kirchgemeinden haben für uns Sachspenden gesammelt oder uns auch Geld überwiesen. Wir nehmen die Hilfe gerne an und sind dafür sehr dankbar“, sagt Kaczmarek. Dass von polnischer Seite Hilfe aus Deutschland für Covid-Patienten abgelehnt würde, wie es zuletzt in manchen Medien zu vernehmen war, kann Kaczmarek nicht bestätigen.
Die Covid-19-Patienten im Słubicer Krankenhaus werden aus der gesamten Wojewodschaft eingeliefert, teils auch von außerhalb der Region Lebuser Land. Oft haben sie keine persönlichen Dinge wie Wechselkleidung dabei – bei fiebernden Patienten ist dies jedoch sehr wichtig. Ihre Angehörigen sind zumeist in Quarantäne und können sie daher nicht immer versorgen. Daher rührt etwa der Bedarf nach Pyjamas und Unterwäsche. Viele Vorräte seien nun erst einmal aufgefüllt, so Łukasz Kaczmarek. Inzwischen steht vor dem Eingang zum Krankenhaus ein Schrank, in dem Pakete mit persönlichen Dingen für Angehörige hinterlassen werden können.

Beatmungsplätze gibt es vier – alle sind belegt

Engpässe gebe es weiterhin, etwa bei der Schutzkleidung. Aktuell fehlte insbesondere Fußschutz. Das Krankenhaus veröffentlicht regelmäßig eine Liste von Dingen des aktuellen Bedarfs auf seiner Facebookseite. Gefragt sind unter anderem elektronische Atemmonitore, eine Art Babyfon. Das Personal ist dezimiert, da ein Teil der Pflegekräfte ebenfalls an Covid-19 erkrankt ist. Die Lage verändere sich ständig, so Kaczmarek.
Am Montag wurden 74 Patienten im Krankenhaus behandelt, bei einer Bettenkapazität von 115. Die vier zur Verfügung stehenden Beatmungsplätze waren belegt. Es würden jedoch keine neuen Patienten mit schweren Verläufen nach Słubice gebracht, die beatmet werden müssten, solange zuvor kein Beatmungsgerät freigeworden sei, versichert Łukasz Kaczmarek.