"Die Akzeptanz für die Wasserstofftechnik ist noch nicht da, aber die Glühbirne wollte auch erst keiner haben", erklärt Daniel Wolff. Genau aus dem Grund steht er auch an diesem Freitagmorgen zusammen mit Georg Bühnert, Johannes Wolanski, Markus Wiegand und Albert Fritzsch auf der Bühne der Aula. Sie wollen eine alternative Antriebstechnik bekannter machen, bei der Wasser statt Abgas aus dem Auspuff tritt. Und die einiges zur CO2-Reduktion beitragen könnte. Gemeint sind mit Wasserstoff betriebene Motoren. Wasserstoff - idealerweise produziert aus grünem Strom - dient dabei als Energieträger, aus dem in einer Brennstoffzelle wiederum elektrischer Strom wird.
Weltweit gibt es gerade einmal rund 2000 solcher Fahrzeuge. Darunter der Toyota Mirai, der am Freitag auch zu Demonstrationszwecken vor dem Gauß-Gymnasium vorfuhr. Die Reichweite ist höher als bei einem reinen Elektrofahrzeug. Doch neben dem hohen Anschaffungspreis von rund 70000 Euro ist gegenwärtig vor allem das dünne Netz an Wasserstofftankstellen ein Problem. Um letzteres zu lösen, haben sich Unternehmen und Partner aus der Auto-, Gase- und Mineralölindustrie zu H2-Mobility zusammengeschlossen. Das Ziel sind 400 Wasserstofftankstellen in Deutschland bis 2023.
Frankfurt (Oder) taucht auf dieser Landkarte der elektromobilen Zukunft noch nicht auf, wie Daniel Wolff zeigt. Trotzdem sind er und mit ihm etwa 20 Schüler der 9. bis 11. Klasse seit 2015 dabei, ein Konzept zu entwickeln, das die Nutzung von Wasserstoff im öffentlichen und individuellen Nahverkehr für die Stadt vorsieht. Die Robert-Bosch-Stiftung unterstützt das Projekt finanziell, Kooperationspartner ist das IHP Leibniz-Institut. Die Stadtverkehrsgesellschaft, das Umweltamt und die Stadtwerke steuern Daten zum Projekt bei. Darauf aufbauend befassen sich die Schüler in verschiedenen Gruppen mit dem Bau von Fahrzeugmodellen, mit intelligenten Stromnetzen, der Tankstelleninfrastruktur und Öffentlichkeitsarbeit. Das Schulprojekt läuft noch mindestens eineinhalb Jahre. Passend zum Thema sprach am Freitagvormittag auch Oliver Arnold vom Berliner Lemoine Institut danach vor den Schülern darüber, ob und wie eine Energiewende auf Straßen, Schienen und Wasserwegen möglich ist. Wasserstoff könnte als Pufferspeicher für grünen Strom eingesetzt werden, erklärte er.
Die Vorträge waren Teil der Gauß-Festwoche rund 340 Veranstaltungen, angemeldet von Schülern sowie Gastrednern aus Wirtschaft und Wissenschaft.