Straßenkonzerte von ungewohnter Qualität könnten die Frankfurter und Slubicer rund um den 15. November erleben. An diesem Tag bekommt mit Felix Meyer ein ausgewiesener Experte der Fußgängerzonen-Beschallung den Transvocale-Preis verliehen. Und obwohl man ihn inzwischen durchaus in mittelgroßen Konzertsälen und auch im Radio hört, zieht es Meyer und seine Band immer noch zu Gigs unter freiem Himmel. Den Preis bekommt er zur Eröffnung der neunten Transvocale am 15. November ab 19 Uhr aber im Slubicer Kulturhaus Smok verliehen. Gleich danach hat die polnische Preisträgerin Kari Amirian ihren großen Auftritt.
Zu ihr sagt Tomasz Pilarski, künstlerischer Leiter auf polnischer Seite: "Sie singt, als ob sie eine Schwedin wäre. Jeder Ton ist durchdacht." Aufgrund dieser hohen künstlerischen Qualität des jazzigen Singer/Songwriter-Pop habe man ihr den Preis in diesem Jahr zugedacht.
Nach dem Auftakt samt Preisverleihung am Donnerstag können sich Musikfreunde am Freitag durch ganz Osteuropa hören. Auf Frankfurter Seite ist bulgarischer A-Capella-Gesang vom Eva Kvartet zu hören. Etwas moderner wird es anschließend mit Chlopcy kontra Basia aus Polen, die traditionelle Klänge schon mal mit Drum & Bass mischen. Nach den Worten von Organisator Bernhard Hanneken folgt dann mit Mariana Sadovska eine wahre "Rampensau", die unter anderem Gaunerlieder der 30er-Jahre aus Odessa mitbringt. Aus Russland kommt Inna Zhelannja, und einen furiosen Abschluss sollen die estnischen Legshaker mit ihrer punkigen Polka bilden. In Slubice hat sich Peter John Birch angekündigt. Für Maja Kleszcz und die IncarNations, die kurzfristig abgesprungen sind, wird derzeit Ersatz gesucht.
Am Sonnabend wird es dann gewohnt international. Dabei kann das Kleist Forum mit einem legendären Highlife-Musiker aus Ghana aufwarten. Der 76-jährige Ebo Taylor wird mit der Berliner Afrobeat Academy den Zuschauern einheizen. Weitere musikalische Reisen sind mit den Italienern Nidi d'Arac, dem mongolischen Ensemble Egschiglen oder den brasilianischen Trommlern um Dudu Tucci möglich. Die deutsche Note bringt Prinz Chaos II ein, der sich als politischer Liedermacher versteht und jahrelang mit Konstantin Wecker zusammenarbeitete.
"Der Stellenwert des Festivals zeigt sich auch an den internationalen Künstlern", betont Bernhard Hanneken. Einige würden eigens für die Transvocale anreisen und folglich fast zum Nulltarif spielen. "Es ist bemerkenswert, wie sehr Künstler das Festival vor deutsch-polnischem Publikum zu schätzen wissen", freut sich der Organisator.
Tageskarten kosten zwischen 10 und 18 Euro, Festival-Pässe 40, ermäßigt 35 Euro, alle Termine unter www.transvocale.eu