Während ein Vormittag den Kindern vorbehalten war, trafen sich jugendliche und erwachsene Judoka und Ju-Jutsu-Kämpfer zu zwei Trainingseinheiten. Im Mittelpunkt standen methodische Übungsreihen für Wurftechniken in der Selbstverteidigung beim Übergang vom Stand zum Boden und bei der Verteidigung in der Bodenlage. "Ich habe versucht, den Sportlern zu zeigen, wie man verschiedene Techniken aneinanderreiht. Und wie es gelingt, eine Situation wieder unter Kontrolle zu bringen, wenn man durch einen Gegner Gegenwehr erlebt", so Lehrer Achim Hanke, unter anderem auch Träger des 5. Dan Judo und Trainer der tschechischen Ju-Jutsu-Nationalmannschaft.
In Frankfurt war der Kämpfer aus dem badischen Sindheim-Dühren zum ersten Mal, in Potsdam schon mehrfach. An der Oder hat er vor allem unter den Erwachsenen sehr aufgeschlossene und entspannte Sportler erlebt. Ihr großes Interesse übertrug sich auf ihn. Konzentriert konnte er eine Technikfolge nach der anderen vermitteln.
"Es ist einfach immer wieder interessant, dazu zu lernen. Selbst bei Techniken, die man kennt, kommt man mit kleinen Hinweisen des Großmeisters schnell weiter", erzählt Nachwuchstrainer Maximilian Rein vom Polizeisportverein, der dort seit 2008 Mitglied ist und schon mehrfach Lehrgänge mit Hanke besucht hat. Diesmal war es für ihn unter anderem der Hinweis, bei einer Bodentechnik die Ferse etwas zu drehen, um mehr Wirkung zu erzielen. Da hatte der 58-jährige Hanke zuvor einen Sangaku, eine sogenannte Dreiecksmöglichkeit, vorgeführt, bei der zum Beispiel die Beine des Gegners mittels eines eigenen Beinbeugehebels umfasst werden, was wie ein Dreieck aussieht. Dreht man die eigenen Fersen nach außen und drückt Knie und Oberschenkel zusammen, ist der Effekt intensiver.
Was Rein am Lehrer toll findet: "Er führt verschiedene Techniken vor. Jeder Kämpfer kann sie dann entsprechend seiner Voraussetzungen und abhängig vom Gegner anpassen". Was er damit meint: "Einem Boxer muss ich nicht mit einem Schlag entgegentreten und als 70-Kilo-Mann mich nicht auf einen deutlich schwereren Menschen zu werfen versuchen."
Aufmerksame Mitkämpferin war auch die 14-jährige PiaSophie Suther: "Ich wollte das mal ausprobieren. Judo und Ju Jutsu ähneln sich in vielem, aber dass man schlagen und treten kann, ist beim Ju Jutsu doch etwas ganz anderes", so die Nachwuchsjudoka.
"Unsere Erwartungen haben sich auf alle Fälle erfüllt. Achim Hanke ist ein europaweit anerkannter Trainer, der viel vermittelt", schätzt Heiko Schwarz, Vorstandsvorsitzender des PSV und Sektionsleiter Ju Jutsu ein. Er hatte aus der Erfahrung anderer Lehrgänge mehr Teilnehmer erwartet, obwohl in mehreren Bundesländern geworben wurde. Vielleicht lag es an den Ferien. "Auf alle Fälle kann man solch einen Lehrgang wieder anbieten", ist Schwarz überzeugt.
Über 50 Judoka und Ju-Jutsa-Kämpfer haben an einem Meister-Lehrgang teilgenommen.