Einmal im Monat, immer Mittwochs, organisiert er eine kostenlose Fahrradtour für andere Radliebhaber. Diese Woche fand die 70. und für dieses Jahr letzte Tour des Jahres statt. Nun geht es erst mal in die Winterpause.
Für die Touren nimmt Totzauer bewusst kein Geld. "Es dreht sich so viel um Geld in unserer Gesellschaft", sagt er. "Bei meinen Fahrradtouren soll das keine Rolle spielen. Es geht um Gemeinschaft, Gesundheit und Heimatkunde". Jawohl, auch um Heimatkunde. Totzauer gilt als Kenner der nicht allzu üppigen Fahrradrouten östlich der Oder. "Es tut sich einiges in Polen. Im nächsten Jahr soll es möglich sein, auf dem Deich bis nach Górzyca zu fahren", erzählt er, erfreut über die neuen Möglichkeiten, die er im Mai auskundschaften will – wahrscheinlich nicht allein, wie man ihn kennt, denn seine Fangruppe ist groß: Bei der 70. Mittwochstour in dieser Woche waren 25 Radler dabei. Meist seien es Ruheständler, ab und zu auch Arbeitslose.
Bis zu 8000 Kilometer im Jahr
Leider seien in Polen in der letzten Zeit viele Regionalbahnverbindungen eingestellt worden, weshalb es nicht mehr so einfach möglich ist, mit dem Rad auch mal ein Ziel in Westpolen zu erreichen und mit dem Zug zurückzufahren. Doch auch an Radwegen in der Region mangelt es nicht – es gibt wohl kaum einen, den Roland Totzauer noch nicht unter seinen Fahrradreifen hatte. 6000 bis 8000 Kilometer seien es jedes Jahr.
Das war nicht immer so. Eigentlich sei die Fahrradbegeisterung in ihm erst geweckt worden, als er sich 2004 ein hochwertiges Fahrrad gekauft hatte. "Am Anfang habe ich mit einer Karte am Küchentisch gesessen, mir die Routen ausgesucht und eingeprägt", sagt er. Mittlerweile braucht er das nicht mehr. Unter Radfreunden hat er den Ruf, seine Touren auch abseits der asphaltierten Straßen zu organisieren. "Durch den Wald zu fahren ist doch viel schöner", findet er.
Die Wandersaison beginnt
Auch wenn die Mittwochsradtouren für dieses Jahr vorbei sind, sitzt Totzauer nicht im Wohnzimmer und wartet auf den Frühling. Denn ab dem 20. November geht für ihn die Wandersaison los. Auch für Fußgänger hat er schon 17 Touren organisiert. Die 10-Kilometer-Wanderung führt nach Słubice, vorbei an der Baustelle des Oderdeichs. Die ist zu Fuß auf jeden Fall leichter zu passieren als mit dem Rad.
In dieser Hinsicht gebe es in der Stadt noch einigen Nachholbedarf: "Bei Bauarbeiten sollte mehr auf Radler geachtet werden, zum Beispiel durch Bordsteinabsenkungen." Auch die Ausschilderung des Oder-Neiße-Radwegs in Frankfurt sowie das Kopfsteinpflaster auf dem Rathausplatz und an der Oder seien nicht gut.
Nach jeder Tour stellt Totzauer seine Routen zum Nachradeln oder Nachwandern übrigens auf seiner Internetseite rotofo.de zur Verfügung, über die man sich auch für seinen Newsletter anmelden kann.